Marktinformationen

Als Mitglied der Frankfurter Immobilienbörse bei der IHK und als deren Vorsitzender wirkt Helmut Christmann wesentlich an der Erstellung der jährlichen Wohn- und Gewerbe-Immobilienmarktberichte für das Geschäftsgebiet der IHK Frankfurt am Main aktiv mit.


Die Mitglieder haben sich dazu entschlossen, intensiver über den regionalen Wohnungs- sowie Gewerbeimmobilienmarkt zu berichten.

Weitere Informationen
1. Zur Frankfurter Immobilienbörse bei der IHK
2. Interview mit Helmut Christmann zu den Zielen der Immobilienbörse bei der IHK

Nachfolgend finden Sie Immobilienmarktberichte zum kostenlosen Download ab 2009.

 


 

1. Halbjahr 2006

Der Markt für Renditeobjekte wurde durch optimistische Zukunftserwartungen und gute Umsätze geprägt. Es wurde von steigenden Kaufpreisen berichtet.

Die verbesserte Büromarktnachfrage von 2005 hat sich in diesem Jahr nicht auf breiter Front fortgesetzt. Gesucht wurden Büroflächen mit modernem Standard; das Preisniveau hat sich hier weitgehend stabilisiert. Nicht zeitgemäße Büroflächen sind am Markt schwer vermietbar und zeigten weiter nachgebende Mieten.

Der Markt für Mietwohnungen ergab eine verstärkte Nachfrage nach Neubauten und/oder neuwertigem Wohnraum. Aufgrund des schwachen Angebots in Frankfurt und der näheren Umgebung werden zunehmend Wohnungen im weiteren Umland angemietet. Die Mitglieder der Frankfurter Immobilienbörse erwarten ein weiteres Nachlassen der Neubautätigkeiten bei Mietwohnungen, was auf die schwierigen Rahmenbedingungen zurückgeführt wird.

Bei Eigentumswohnungen und Einfamilienhäusern bestand gute Nachfrage ebenfalls nach Neubauten und neuwertigen Objekten. Gebrauchte und ältere Eigentumswohnungen und Einfamilienhäuser waren überwiegend erst nach Preisnachlässen gegenüber den Kaufpreisforderungen verkäuflich.

In den einzelnen Marktbereichen wurden folgende Ergebnisse festgestellt:

Bei Mietwohnungen wurde in Frankfurt und im bevorzugten Umland die Preisspanne für mittlere bis gute Qualität mit 7,00 bis 11,00 €/m² angegeben. Gesucht wurden Wohnungen mit neuwertiger Ausstattung und guten öffentlichen Verkehrsanbindungen. Im oberen Qualitätssegment wurden Mieten zwischen 11,00 und 14,00 €/m² erzielt. Bei Wohnungen mit einfacher Qualität wurden keine Veränderungen der Mieten festgestellt.

Neue Eigentumswohnungen wurden im Umland schwach, in Frankfurt jedoch gut nachgefragt. Die Kaufpreise lagen bei mittlerer Qualität und Lage in Frankfurt zwischen 2.400,00 und 2.800,00 €/m²; im Umland zwischen 2.300,00 und 2.700,00 €/m². Hochwertiger Wohnraum erzielte bei schwachem Angebot und ruhiger Nachfrage bis 3.800,00 €/m², in Einzelfällen auch deutlich darüber. Es wurde von Preisen bis 5.000,00 €/m² in Spitzenlagen in Frankfurt berichtet.

Bei gebrauchten Eigentumswohnungen wurden - bei ähnlichem Marktverlauf wie bei Neubauten - Kaufpreise für mittlere Qualität in Frankfurt zwischen 1.800,00 und 2.600,00 €/m², im Umland zwischen 1.300,00 bis 2.500,00 €/m² angegeben.

Reihenhäuser und Doppelhaushälften, bevorzugt neuwertige Objekte und Neubauten, wurden im gesamten Marktbereich gut nachgefragt. Die Preisspanne für gebrauchte Häuser lag im gesamten Marktgebiet zwischen 230.000 und 375.000 €. Neubauten erzielten auch Preise bis 450.000 €. Bei der Preisgestaltung wurden die Lage und die Gebäudequalität zunehmend stärker berücksichtigt.

Der Markt für freistehende Einfamilienhäuser, der in starkem Maße von gebrauchten Häusern geprägt ist, zeigte Preise überwiegend zwischen 400.000 und 800.000 €. Einfamilienhausgrundstücke in sehr guten Wohnlagen wurden auch mit einfacher Bebauung gut verkauft und erzielten hohe Bodenwerte.

Der Markt für Villenanwesen mit Preisen über 1,5 Mio. € hat sich in den letzten Jahren auf hoher Preisbasis gefestigt. Einem begrenzten Käuferkreis stand nur ein geringes Angebot gegenüber.

Baugrundstücke für Einfamilienhäuser und Villen werden nach wie vor verhalten angeboten. Die Nachfrage weicht - soweit möglich - auf Abbruchgrundstücke und verstärkt auf zunehmend angebotene Villengrundstücke im entfernteren Umland aus.

Baugrundstücke für den Geschosswohnungsbau waren für am Markt gängige Objekte wie Eigentumswohnungen gut nachgefragt. Die Nachfrage nach Baugrundstücken für den Mietwohnungsbau wurde nur sehr verhalten registriert.

Eine gute Nachfrage bestand bei Renditeobjekten, die den gesamten Marktbereich von Mehrfamilienhäusern bis zu gewerblichen Großanlagen umfasst. Die Kaufpreise zeigten ein stabiles Verhältnis zum Ertrag, wobei zunehmend auch kurze Mietbindungen akzeptiert wurden. Diese Akzeptanz begründet sich durch optimistische Erwartungen in die zukünftige Marktentwicklung. Die sog. Maklerkalkulation ergab überwiegend die 14fache bis 15fache, teilweise auch bis zur 16fache Jahresmiete. Bei hohem Sanierungsbedarf wurden Preise um die 11fache bis 12fache Jahresmiete verhandelt.

Grundstückspreise für Industrie- und Gewerbegebiete lagen - bei gleich bleibend ruhigem Marktgeschehen - zwischen 180,00 und 275,00 €/m², im Stadtgebiet Frankfurt auch höher.

Auch der Markt für Lagerflächen zeigte gegenüber dem 2. Halbjahr 2005 keine wesentlichen Veränderungen. Hier wurden weiterhin Preise überwiegend zwischen 3,00 und 6,00 €/m² erzielt. Die zugehörigen Büroflächen konnten zwischen 5,00 und 7,50 €/m² vermietet werden. Gute Nachfrage bestand nach hochwertigen Lager-Neubauflächen.

Der Markt für Büroflächen bietet ein nach wie vor auf breiter Ebene uneinheitliches Bild, dessen Auswertungen diesen Marktbericht weit übersteigen würden. Es ist deshalb vorgesehen, nach Auswertung der bisher vorliegenden Daten der vergangenen Monate, einen Sondermarktbericht für Büroräume zu erstellen.

Frankfurt am Main, 24.08.2006

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