Marktinformationen

Als Mitglied der Frankfurter Immobilienbörse bei der IHK und als deren Vorsitzender wirkt Helmut Christmann wesentlich an der Erstellung der jährlichen Wohn- und Gewerbe-Immobilienmarktberichte für das Geschäftsgebiet der IHK Frankfurt am Main aktiv mit.


Die Mitglieder haben sich dazu entschlossen, intensiver über den regionalen Wohnungs- sowie Gewerbeimmobilienmarkt zu berichten.

Weitere Informationen
1. Zur Frankfurter Immobilienbörse bei der IHK
2. Interview mit Helmut Christmann zu den Zielen der Immobilienbörse bei der IHK

Nachfolgend finden Sie Immobilienmarktberichte zum kostenlosen Download ab 2009.

 


 

1. Halbjahr 2008

Die Mitglieder der Frankfurter Immobilienbörse berichten auch für das 1. Halbjahr 2008 - wie schon im Jahr 2007 - von nahezu unveränderten Umsätzen bei stabilen Preisen im gesamten Marktgebiet.

Für eigengenutzte Immobilien wurde ein höheres Nachfragepotential festgestellt, wobei Kaufabschlüssen meist schwierige Verhandlungen vorausgingen. Der Markt für Immobilien zur Kapitalanlage zeigte ein unverändert schwaches Angebot bei guter Nachfrage. Bei Mehrfamilienhäusern führte die verstärkte Beobachtung von Mieten, Zustand und Lage zu einer breiten Preisspanne.

Insbesondere bei Gewerbeobjekten spielte die Sicherheit der Mietzahlungen, d. h. die Miethöhe und ihre mögliche Entwicklung, eine übergeordnete Rolle.

In den einzelnen Marktbereichen wurden folgende Ergebnisse festgestellt:

Für Wohnungen in mittlerer bis guter Qualität in Frankfurt und im bevorzugten Umland wurden Mietpreise innerhalb einer Preisspanne zwischen 8,00 und 12,00 €/m² vereinbart. In Spitzenlagen wurden auch wesentlich höhere Preise erzielt. Es wurde von einer verstärkten Nachfrage nach preiswertem Wohnraum berichtet.

Die Nachfrage nach neuen Eigentumswohnungen war nach wie vor gut. Die gestiegenen Preisforderungen wurden am Markt nicht akzeptiert. Auch bei Eigentumswohnungen richtete sich der Kaufpreis neben der Lage verstärkt nach der Qualität der Ausstattung. Die Kaufpreisspanne hat sich bei mittlerer Qualität und Lage in Frankfurt auf 2.500,00 und 3.100,00 €/m² erhöht. Bei hochwertigem Wohnraum in bevorzugten Lagen zeigte sich eine verstärkte Nachfrage und ein verbesserter Umsatz. Hier wurden Preise erheblich über der angegebenen Spanne erzielt. Im Umland wurden - bei ähnlichem Käuferverhalten - Preise zwischen 2.400,00 und 3.000,00 €/m² erzielt.

Gebrauchte Eigentumswohnungen, deren Gebäude und Grundstückslage nicht mehr heutigen gehobenen Ansprüchen genügen, erzielten nur niedrige Verkaufspreise. Gebrauchte Eigentumswohnungen im oberen Bereich erzielten jedoch Preise, die bis in die untere/mittlere Preisspanne der Neubauwohnungen reichte. Die Preise für mittlere Qualität in Frankfurt lagen nach wie vor zwischen 1.600,00 und 2.600,00 €/m², im Umland zwischen 1.300,00 bis 2.450,00 €/m². In wenigen Einzelfällen wurden auch Preise bis 3.000,00 €/m² erzielt.

Für Reihenhäuser und Doppelhaushälften besteht, bei einem vielfältigen Angebot im gesamten Marktbereich - wie schon seit geraumer Zeit - gute Nachfrage. Die Preisspanne für neue und gebrauchte Reihenhäuser lag im gesamten Marktgebiet zwischen 250.000 und 390.000 €. Doppelhaushälften mit besserem Prestigewert erzielten Preise, die von 300.000 und 480.000 € reichten, in Einzelfällen auch darüber.

Auch bei freistehenden Einfamilienhäusern wurde zunehmend von einer gute Nachfrage bei ausgeprägtem Preisbewusstsein berichtet. Vermehrt wurden auch Grundstücke mit Häusern in einfacher Qualität aus der Bauzeit der 50ziger bis 70ziger Jahre zum Abbruch und zur Neubebauung erworben. Die Kaufpreise lagen je nach Lage überwiegend zwischen 450.000 und 900.000 €. Bei notwendigen Investitionen für Modernisierung und Reparaturen wurden erhebliche Preisabschläge registriert.

Bei Villen zeigte sich nach wie vor ein ruhiger Markt mit Preisen um 1,5 Mio. €. Für das zunehmende Angebot von Villen über 2 Mio. € fand sich nur ein begrenzter Interessentenkreis.

Die Marktentwicklung bei Baugrundstücken für Einfamilienhäuser wurde zunehmend durch großflächige Baulandausweisung der Kommunen geprägt. Einzelgrundstücke in bebauten Lagen in Frankfurt und im Umland ergaben sich im Allgemeinen nur durch Abbruch älterer Gebäude. Für Baugrundstücke in mittlerer Qualität wurden Preise um 500,00 €/m² genannt. Einzelgrundstücke in guter Lage erzielten bei lebhafter Nachfrage deutlich höhere Preise.

Da bei Baugrundstücken für den Mietwohnungsbau die im Marktbericht 2. Halbjahr 2007 beschriebenen restriktiven Marktbedingungen weiter vorhanden sind und keine Aussicht auf Verbesserung zu erwarten ist, konnte nach wie vor nur eine verhaltene Nachfrage nach Baugrundstücken für den Geschosswohnungsbau verzeichnet werden. Baugrundstücke für Eigentumswohnungen waren weiterhin gesucht. Hier war das Preisniveau sehr stark lageabhängig. Im Allgemeinen wurden Preise bis zu einem Bodenwertanteil von 1.000,00 €/m² Wohnfläche erzielt.

Bei Renditeobjekten für Wohn- und Geschäftshäuser wurde von einer stabilen, guten Nachfrage bei zurückhaltendem Angebot berichtet. Die Kaufpreise lagen bei marktgerechten Voraussetzungen zwischen der 13fachen und der 16fachen Netto-Jahresmiete, Problemobjekte wurden auch unter der 13fachen Netto-Jahresmiete angeboten. Objekte mit langfristig als gut bis sehr gut eingestuften Mietkonditionen wurden mit höheren Preisen honoriert.

Grundstücke für Industrie- und Gewerbegebiete zeigten nach wie vor einen ausgeglichenen, jedoch stark konjunkturabhängigen Marktverlauf. Die Preisspanne lag bei einfachen Flächen zwischen 170,00 und 250,00 €/m². Grundstücke in bevorzugten Lagen am Stadtrand und im angrenzenden Umland wurden - bei guten Verkehrsanbindungen - auch zu höheren Preisen gehandelt.

Auch bei Lagerflächen wurde weiterhin von einem gefestigten Markt mit einer Preisspanne von 3,50 - 5,50 €/m² berichtet. In Ausnahmefällen wurden auch Preise über 6,00 €/m² genannt. Hierbei handelt es sich - soweit erkennbar - speziell auf die Mieterwünsche ausgerichtete Flächen.

Für die Preise für Büroflächen wird die Frankfurter Immobilienbörse im Herbst 2008 einen detaillierten Sondermarktbericht erstellen, in dem auch auf die verschiedenen Lagen und Qualitätsmerkmale eingegangen wird.

Frankfurt am Main, 19.08.2008

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