Marktinformationen

Als Mitglied der Frankfurter Immobilienbörse bei der IHK und als deren Vorsitzender wirkt Helmut Christmann wesentlich an der Erstellung der jährlichen Wohn- und Gewerbe-Immobilienmarktberichte für das Geschäftsgebiet der IHK Frankfurt am Main aktiv mit.


Die Mitglieder haben sich dazu entschlossen, intensiver über den regionalen Wohnungs- sowie Gewerbeimmobilienmarkt zu berichten.

Weitere Informationen
1. Zur Frankfurter Immobilienbörse bei der IHK
2. Interview mit Helmut Christmann zu den Zielen der Immobilienbörse bei der IHK

Nachfolgend finden Sie Immobilienmarktberichte zum kostenlosen Download ab 2009.

 


 

2. Halbjahr 2005

Vom Büromarkt wurde eine gegenüber dem ersten Halbjahr 2005 verbesserte Nachfrage mit gestiegenen Umsätzen angegeben.

Auf dem Mietwohnungsmarkt zeigte sich eine leicht ansteigende Nachfrage, insbesondere nach Wohnungen mit guter und sehr guter Ausstattung. Aufgrund dieser Nachfrage wurden ältere Wohnungen zunehmend saniert und modernisiert.

Für Einfamilienhäuser bis 500.000 Euro wurde im gesamten Marktgebiet zum Jahresende ein verbesserter Umsatz verzeichnet. Für sonstige Wohnimmobilien bestand ein nach wie vor ruhiger Marktverlauf. Bei der Nachfrage nach gebrauchten Eigentumswohnungen und Einfamilienhäuser wurden die Vorgaben der Energiesparverordnung zunehmend stärker beachtet.

In den einzelnen Marktbereichen wurden folgende Ergebnisse festgestellt:

Bei Mietwohnungen wurde eine verbesserte Nachfrage angegeben. Die Mietspanne lag in Frankfurt - aufgrund des breit gefächerten Wohnraumangebots zwischen 7,00 und 12,00 Euro/m². Für modernisierte Wohnungen in guter bis sehr guter Lage wurden Preise zwischen 11,00 und 14,00 Euro/m² erzielt. Im Umland lag die Preisspanne zwischen 7,00 und 11,00 Euro/m². Auch hier erzielte erstklassiger Wohnraum in sehr guten Wohnlagen - bei knappem Angebot - Mieten deutlich über der vorgenannten Spanne.

Neue Eigentumswohnungen zeigten einen nach wie vor ruhigen Marktverlauf. Ein breites Angebot wurde bei verhaltener Nachfrage - insbesondere bei Preisverhandlungen - verstärkt geprüft. In Frankfurt wurden Preise zwischen 2.200,00 und 3.800,00 Euro/m² genannt, wobei innerhalb der Spanne Preisrückgänge verzeichnet wurden. Auch im Umland lagen die Preise unverändert zwischen 2.000,00 und 2.800,00 Euro/m², wobei auch hier die Preise innerhalb der Spanne nachgaben.

Gebrauchte Eigentumswohnungen zeigten ebenfalls einen ruhigen Markt. Bei Kaufverhandlungen wurden Preisnachlässe zunehmend mit Kosten für Modernisierung und Wohnwertverbesserung begründet. In Frankfurt lagen die Preise im Wesentlichen zwischen 1.500,00 und 2.500,00 Euro/m², im Umland zwischen 1.200,00 und 2.400,00 Euro/m². Abschlüsse im oberen Preisbereich wurden nur bei gutem Wohnstandard und guter Wohnlage erzielt.

Auch bei Reihenhäusern und Doppelhaushälften wurde ein weiterhin ruhiger Marktverlauf beobachtet. Die Preisspanne im gesamten Marktbereich lag zwischen 270.000 und 450.000 Euro. Anstehende Modernisierungen führten zu Preisnachlässen. Hier wurden in Einzelfällen Abschlüsse um 200.000 Euro genannt.

Freistehende Einfamilienhäuser waren auch im letzten Halbjahr 2005 - innerhalb einer Preisspanne von 380.000 und 850.000 Euro - gut nachgefragt.

Bei Villenanwesen bis 1,5 Mio. Euro bestand ein gefestigter Markt. Hochwertigste Liegenschaften bis 3,5 Mio. Euro wurden vereinzelt angeboten und verkauft.

Baugrundstücke für Einfamilienhäuser und Villen waren nach wie vor gut nachgefragt. Hier zeigte sich ein verhaltener Preisanstieg, der auch darauf zurückgeführt wird, dass - bei einem geringen Bauplatzangebot - bestehende Häuser abgebrochen werden, um die Grundstücke für aufwendige Neubauten zu nutzten. Die Preise im gesamten Marktgebiet lagen in mittleren bis guten Wohnlagen zwischen 400,00 und 800,00 Euro/m², in Spitzenlagen wurden auch Preise um 900,00 Euro/m² erzielt.

Baugrundstücke für den Geschosswohnungsbau wurden nur verhalten nachgefragt; Baugrundstücke für Reihenhausbebauung konnten hingegen gut verkauft werden. Generell wurden Baugrundstücke nur nach sorgfältiger Prüfung der künftigen Absatzmöglichkeiten vom Markt aufgenommen.

Im Stadtgebiet Frankfurt zeigte der Markt für Renditeobjekte eine gute Nachfrage. Bei Verkaufspreisen in beliebten Lagen wurde versucht, Preiserhöhungen gegenüber den Vorjahren durchzusetzen. Für das weitere Umland und das Rhein-Main-Gebiet bestand nur geringes bis mittleres Kaufinteresse. Ernsthafte Kaufinteressenten wurden mit zahlreichen Angeboten umworben. Die Preise lagen zwischen der 13fachen und 16fachen Jahresmiete, wobei nachhaltige Sicherheit bei Renditeobjekten auch mit Preisaufschlägen honoriert wurden. Bei verwaltungsintensiven Kapitalanlagen mit hoher Mieterfluktuation lagen die Preise zwischen der 11fachen und 12fachen Jahresmiete.

Grundstückspreise für Industrie- und Gewerbegebiete lagen - bei gleich bleibend ruhigem Marktgeschehen - zwischen 180,00 und 275,00 Euro/m², im Stadtgebiet Frankfurt auch deutlich darüber.

Auch der Markt für Lagerflächen zeigte gegenüber dem 1. Halbjahr 2005 keine wesentlichen Veränderungen. Hier wurden weiterhin Preise zwischen 3,00 und 6,00 Euro/m² erzielt. Die zugehörigen Büroflächen konnten zwischen 5,00 und 7,50 Euro/m² vermietet werden.

Am Büromarkt zeichnete sich eine Nachfrageverbesserung ab, die insbesondere im Bankenviertel und im Westend beobachtet wurde. Es wurde eine Stabilisierung der Angebotspreise festgestellt, wobei die Abstände zwischen Nominal- und Effektivmiete weiter leicht zugenommen haben. Die derzeitige Situation am Büromarkt führt zu breiten Mietspannen im gesamten Marktgebiet, die im Rahmen dieses Marktberichtes nicht ausreichend differenziert dargestellt werden können. Deshalb ist vorgesehen, bei einer weiteren Stabilisierung des Marktes, einen Sondermarktbericht für Büroräume zu erstellen.

Frankfurt am Main, 27.02.2006

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