Marktinformationen

Als Mitglied der Frankfurter Immobilienbörse bei der IHK und als deren Vorsitzender wirkt Helmut Christmann wesentlich an der Erstellung der jährlichen Wohn- und Gewerbe-Immobilienmarktberichte für das Geschäftsgebiet der IHK Frankfurt am Main aktiv mit.


Die Mitglieder haben sich dazu entschlossen, intensiver über den regionalen Wohnungs- sowie Gewerbeimmobilienmarkt zu berichten.

Weitere Informationen
1. Zur Frankfurter Immobilienbörse bei der IHK
2. Interview mit Helmut Christmann zu den Zielen der Immobilienbörse bei der IHK

Nachfolgend finden Sie Immobilienmarktberichte zum kostenlosen Download ab 2009.

 


 

2. Halbjahr 2008

Die Marktuntersuchung der Frankfurter Immobilienbörse ergab für das 2. Halbjahr 2008 differenzierte Preisentwicklungen mit, in Teilmärkten nachgebenden und in geringerem Umfang auch anziehenden Kaufpreisen. Es hat sich gezeigt, dass zu optimistische Preisvorstellungen der Eigentümer am Markt nicht durchzusetzen waren. Für eigengenutzte Einfamilienhäuser zeigte sich im Frankfurter Stadtgebiet erhöhte Nachfrage durch einen Käuferkreis, der mit hohem Eigenkapital ausgestattet ist.

Mit zunehmender Entfernung vom Innenstadtgebiet Frankfurts zum näheren und weiteren Umland wurde von abgeschwächter Nachfrage berichtet. Im Umland werden Wohnwert und Infrastruktur deutlich stärker zur Kaufentscheidung herangezogen als im Stadtgebiet Frankfurts. Mehrfamilienhäuser wurden nach wie vor stark gesucht und erzielten Kaufpreise, bei denen neben erwarteten Renditen auch Zukunftsperspektiven bei veränderten wirtschaftlichen Bedingungen möglich sind. Vermietete Eigentumswohnungen waren dagegen nur mit erheblichen Preisnachlässen vermittelbar.

In den einzelnen Marktbereichen wurden folgende Ergebnisse festgestellt:

Für Wohnungen in mittlerer bis guter Qualität in Frankfurt und im bevorzugten Umland wurden nach wie vor Mietpreise innerhalb einer Mietpreisspanne, die von ca. 8,00 €/m² bis 12,00 €/m² reichte, vereinbart, wobei in Spitzenlagen auch deutlich höhere Preise erzielt wurden. Es wurde von verstärkter Nachfrage nach preiswertem Wohnraum berichtet, da der private Mietwohnungsbau aufgrund fehlender steuerlicher Anreize nahezu zum Erliegen gekommen ist.

Bei neu erbauten Eigentumswohnungen stieg die Nachfrage in gesuchten Kernlagen bei gleichzeitig zurückgehendem Angebot. Die weitgehend stabil gebliebene Preisspanne spiegelt die Wertmerkmale von Lage, Qualität und Ausstattung der angebotenen Immobilien wider. Die Kaufpreise für Immobilien mittlerer Qualität, Lage und Ausstattung reichten in Frankfurt und im Umland von ca. 2.500 €/m² bis 3.100 €/m². Auch hier zeigte sich ein erheblicher Preissprung bei anziehendem Käuferinteresse für hochwertige Wohnungen in bevorzugten Wohnlagen. Für Spitzenobjekte in besten Lagen wurden auch hier deutlich höhere Preise erzielt.

Gebrauchte Eigentumswohnungen, deren Wohnqualität heutigen Ansprüchen nicht genügt und für die dadurch erhebliche Modernisierungskosten anfallen, waren nur mit Schwierigkeiten und niedrigen Preisen verkäuflich. Der Mittelwert gebrauchter Eigentumswohnungen in Frankfurt lag bei ca. 2.200 €/m². Die hier zugrunde gelegte Kaufpreisspanne beginnt bei ca. 1.000 €/m² für abgeschlossene Wohnungen in großen Wohnanlagen. Im Umland befinden sich Wohnanlagen dieser Art überwiegend in einfachen Wohnlagen.

Reihenhäuser und Doppelhaushälften boten eine stabile Preisstruktur. Häuser mit nicht zeitgemäßer Ausstattung und energetischen Defiziten mussten Preisabschläge hinnehmen. Die Kaufpreisspanne umfasst den Bereich von ca. 200.000 € - 450.000 € und spiegelt die Vielfalt der angeboten Objekte dieses Marktbereiches wieder.

Freistehende Einfamilienhäuser in gutem Bauzustand zeigten bei gefestigter Nachfrage im unteren und mittleren Marktbereich ein ausgeglichnes Preisniveau. Bei ernsthaften Verkaufsabsichten wurden die teilweise unrealistischen Preisvorstellungen der Eigentümer den Marktgegebenheiten angepasst. Die erzielten Verkaufpreise wurden zwischen ca. 450.000 € und 900.000 € angegeben. Die Kaufverhandlungen in diesem Marktsegment waren durch überdurchschnittliche geschäftliche Kompetenz bei Preisverhandlungen geprägt.

Bei bebauten Villengrundstücke in der Preislage über ca. 1,5 Mio. € hat die Nachfrage nachgelassen, was nach Meinung von Marktteilnehmern auf die derzeitigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zurückzuführen ist. Dieser Einfluss schlug sich auf die Preisentwicklung nieder.

Baugrundstücke, die sich zur Neubebauung mit Einfamilienhäusern auch für Bauträger eigneten, wurden bei marktgerechten Preisen zügig verkauft. Baulandausweisungen der Kommunen und deren Preisgestaltung wurden vom Markt aufgenommen. Einzelgrundstücke in bebauten Lagen in Frankfurt und im Umland ergaben sich im Allgemeinen nur durch Abbruch älterer Gebäude. Bei mittlerer Lagequalität und je nach Ausnutzung wurden Preise um ca. 500 €/m² genannt. In hochwertigen Prestigelagen wurden Preise von ca. 800 €/m² und höher gezahlt.

Baugrundstücke für den Mietwohnungsbau zeigten aufgrund des geringen Marktgeschehens keine aussagekräftigen Angaben. Nachfrage bestand nach Grundstücken, die sich zur Bebauung mit Eigentumswohnungen eigneten.

Der Markt für Renditeobjekte für Wohn- und Geschäftshäuser wurde nach wie vor von einer guten Nachfrage im gesamten Marktbereich und einem geringen Angebot geprägt. Zur Feststellung marktgerechter Kaufpreise wurden genaue Prüfungen der renditesichernden Faktoren vorgenommen. Die Kaufpreise im Frankfurter Stadtgebiet bewegten sich überwiegend innerhalb einer Spanne vom 13- bis 17fachen der Netto-Jahresmiete. Im direkten Umland wurden auch niedrigere Preise genannt.

Der Markt für Lagerflächen in Industrie- und Gewerbegebieten bot sowohl bei Kaufpreisen für Gewerbegrundstücke als auch bei der Vermietung von Lagerflächen ein stabiles Preisgefüge. Die Kaufpreise lagen überwiegend zwischen ca. 150 € und 250 €. Mietpreise für Lagerflächen lagen zwischen 3,50 €/m² - 5,50 €/m². Betriebsspezifische Sonderausstattungen, soweit diese vom Vermieter gestellt wurden, führten zu höheren Mietpreisen auch über 6,00 €/m².

Für die Preise für Büroflächen hat die Frankfurter Immobilienbörse im Dezember 2008 einen detaillierten Sondermarktbericht erstellt, in dem auch auf die verschiedenen Lagen und Qualitätsmerkmale eingegangen wird. Die Mieten der Büroflächen haben sich seit der Veröffentlichung des Sondermarktberichts „Büromarkt" im Dezember 2008 nicht verändert.

Frankfurt am Main, 18.02.2009

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