Marktinformationen

Als Mitglied der Frankfurter Immobilienbörse bei der IHK und als deren Vorsitzender wirkt Helmut Christmann wesentlich an der Erstellung der jährlichen Wohn- und Gewerbe-Immobilienmarktberichte für das Geschäftsgebiet der IHK Frankfurt am Main aktiv mit.


Die Mitglieder haben sich dazu entschlossen, intensiver über den regionalen Wohnungs- sowie Gewerbeimmobilienmarkt zu berichten.

Weitere Informationen
1. Zur Frankfurter Immobilienbörse bei der IHK
2. Interview mit Helmut Christmann zu den Zielen der Immobilienbörse bei der IHK

Nachfolgend finden Sie Immobilienmarktberichte zum kostenlosen Download ab 2009.

 


 

Gewerbemarktbericht 2011

In den einzelnen Marktbereichen wurden folgende Ergebnisse festgestellt:

Büromarkt Frankfurt am Main

Starker Anstieg des Flächenumsatzes durch Großanmietung
Der Frankfurter Bürovermietungsmarkt beendete das Jahr 2010 mit einem guten Ergebnis. Ca. 470.000 Quadratmeter Bürofläche wurden umgesetzt, dies sind rd. 35 Prozent mehr als im Vorjahr und nur 12 Prozent weniger als der zehnjährige Durchschnittsumsatz der Jahre 2000 bis 2009. Der Grund hierfür ist die günstige wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland, die sich zeitverzögert auf die Büromärkte ausgewirkt hat. Allerdings ist zu berücksichtigen, dass in dem guten Flächenumsatz die Anmietung der Europäischen Zentralbank (EZB) enthalten ist, welche ca. 22 Prozent des Gesamtumsatzes ausmacht. Dies führt zu einer gewissen Verzerrung des Ergebnisses. In der Vergangenheit kam es aber häufig zu Großabschlüssen in Frankfurt, so etwa die Großanmietung der Deutschen Bahn im „Silver Tower“ im Jahr 2009, bzw. die Umzugsentscheidung der Deutschen Börse nach Eschborn im Jahre 2008. Obwohl in der näheren Umgebung auch größere Infrastrukturmaßnahmen begonnen haben, wird vor allem die Ansiedlung der EZB ab dem Jahr 2013 dem Frankfurter Osten eine Attraktivitätssteigerung bescheren. Der Central Business District (CBD) setzte sich trotz Einbußen von mehr als 60 Prozent auch in diesem Jahr wieder an die Spitze der Teilmärkte und zählte somit zum attraktivsten Bereich. Im CBD fanden knapp 60 Prozent aller Anmietungen statt. Das Westend erfuhr eine deutliche Umsatzsteigerung und konnte wie der Citybereich Umsätze über 100.000 Quadratmeter verzeichnen. Alle anderen Teilmärkte wiesen nur einen einstelligen Anteil am gesamten Umsatzvolumen auf.

Leerstandsvolumen
Im Jahr 2010 stieg das Leerstandsvolumen (inklusive Flächen zur Untervermietung) um knapp sieben Prozent. Im Vergleich zum letzten Jahr entspricht dies einer Verlangsamung des Leerstandsanstiegs, im Verlauf des Jahres kam es teilweise sogar zur Stagnation. Die Leerstandsquote (inklusive Untermietflächen) stieg zum Jahresende auf knapp unter 15 Prozent, ein Plus von mehr als einem Prozentpunkt im Vergleich zum Vorjahr. Sollte die positive Stimmung in der deutschen Wirtschaft anhalten, wird sich der Anstieg des Leerstands im Jahr 2011 voraussichtlich verlangsamen. In den Teilmärkten Bankenviertel, City West und Frankfurt Süd ist erstmals seit 2008 wieder ein leichter Rückgang des Leerstands zu verzeichnen. In allen anderen Teilmärkten nahm der Leerstand leicht zu. Stärker war die Zunahme im Teilmarkt Flughafen, da dort durch die Fertigstellung des “Squaire“ (ehemals Airrail-Center) große Büroflächen auf den Markt drängten, was sich z.T. auch auf die Mietpreise auswirkte.

Fertigstellungsvolumen
Im Jahr 2010 kam es zu einem relativ hohen Fertigstellungsvolumen von ca. 290.000 Quadratmetern, die bereits gebauten Objekte erfreuen sich jedoch unterschiedlicher Nachfrage. Im Jahre 2011 werden voraussichtlich ca. 230.000 Quadratmeter fertiggestellt, davon rd. 160.000 Quadratmeter im CBD. Von diesen 230.000 Quadratmetern sind ca. 60 Prozent bereits vermietet. Qualitativ hochwertige Objekte in Top-Lagen finden in der Regel immer einen Mieter. Das beste Beispiel dafür ist der zu 95 Prozent vermietete „Opernturm“.Der hohe Sockelleerstand in Frankfurt am Main bleibt aber weiterhin ein Problem.


Spitzenmieten
Durch eine Reihe hochpreisiger Bauabschlüsse zu Beginn des Jahres 2010, insbesondere durch die Fertigstellung des „Opernturms“, ist die monatliche Spitzenmiete wieder auf 37 Euro pro Quadratmeter/Monat gestiegen. Auf diesem Niveau lag die Spitzenmiete bereits im Jahr 2008, bevor sie Ende 2009 auf 34 Euro pro Quadratmeter/Monat gesunken ist. Die von Vermietern gewährten Incentives (Preisnachlässe) liegen in Spitzenlagen bei durchschnittlich fünf Prozent der Nominalmiete. Die Incentives haben sich damit gegenüber den im Vorjahr gewährten 15 Prozent wieder auf Normalmaß eingependelt.


Einzelhandelsflächen Frankfurt am Main
In den 1A-Lagen von Frankfurt am Main findet eine gewisse Stabilisierung der Märkte statt, leichte Steigerungen der Mietpreise sind lediglich in den Hot Spots der Innenstadt wie der Zeil und der Goethestraße zu beobachten. Insbesondere die ausländischen Filialketten drängen in die Top-Lagen und akzeptieren bei Neuabschlüssen auch moderate Steigerungen. Der Grund hierfür ist, dass den Unternehmen eine Präsenz in den Großstädten ermöglicht, ihr Filialnetz im Laufe der Zeit auch in den 1A-Lagen der Mittelstädte erfolgreich auszubauen. Das Interesse für die typischen B-Lagen ist weitaus zurückhaltender, jedoch sind Leerstände nur vereinzelt zu beobachten. Hier werden die Mietverträge zum großen Teil für einen Zeitraum von fünf Jahren mit einer Möglichkeit der Optionsverlängerung akzeptiert. Vereinzelte Leerstände sind auch weiterhin in den typischen Nebenlagen vorhanden.


Lager- und Produktionsflächen FrankfurtRheinMain
Bei den Lager- und Produktionsflächen wird die gesamte Region inkl. Wiesbaden und Mainz betrachtet. Mit einem Flächenumsatz von ca. 326.000 Quadratmetern wurde in FrankfurtRheinMain 2010 das zweitbeste Umsatzergebnis der vergangenen zehn Jahre erzielt. Im Vergleich zum Vorjahr mit rund 324.000 Quadratmetern ist die Steigerung des Ergebnisses jedoch gering ausgefallen. Die Großabschlüsse oberhalb von 10.000 Quadratmetern machen alleine rund 37 Prozent des Umsatzes aus. Mit mehr als der Hälfte des Flächenvolumens dominierten Unternehmen aus den Branchen Transport, Verkehr und Lagerhaltung das Geschehen. Auch im ersten Quartal 2011 setzte sich der positive Trend fort. Mit ca. 88.000 Quadratmetern konnte der beste Jahresbeginn seit 2003 verzeichnet werden. Dem Anziehen der Nachfrage im großflächigen Segment steht im gleichen Zeitraum ein Rückgang des neu auf den Markt gebrachten Angebots in dieser Größenordnung gegenüber. In absehbarer Zeit ist in der Kategorie ab 10.000 Quadratmetern mit einer Flächenknappheit zu rechnen. Auch bei den neu errichteten Objekten gibt es kaum freie Flächen. Viele der im Bau befindlichen Flächen sind entweder bereits vorvermietet oder es handelt sich um Eigennutzerflächen, wie beispielsweise die rund 10.000 Quadratmeter der LUG aircargo handling in der Cargo City Süd am Frankfurter Flughafen. Die Spitzenmiete für Lager- und Logistikflächen ≥ 5.000 Quadratmeter ist im Jahresverlauf 2010 leicht angestiegen und liegt aktuell bei 5,90 Euro pro Quadratmeter/Monat. Während hier bis Ende 2011 keine signifikante Erhöhung mehr zu erwarten ist, könnte es im mittleren Mietpreissegment bei entsprechender Nachfrage zu Steigerungen kommen.

Hochtaunuskreis und Main-Taunus-Kreis
Für die Landkreise gilt nach wie vor, dass Vorteile insbesondere in jenen Städten und Gemeinden bestehen, die über eine S-Bahnanbindung nach Frankfurt am Main verfügen. Die Vermarktungschancen und die damit verbundenen Mieten für Gewerbeflächen reduzieren sich mit zunehmender Entfernung zum Hauptzentrum Frankfurt am Main sowie zu den im Vordertaunus liegenden Nebenzentren. Bei den Büroflächen konnten in vielen Städten und Gemeinden der Landkreise im Vergleich zum Vorjahr leicht geringere Mietpreise sowohl im einfachen bis durchschnittlichen als auch im durchschnittlichen bis gehobenen Standard beobachtet werden. Bei den Einzelhandelsflächen gab es im westlichen Umland von Frankfurt nur wenige nennenswerte Veränderungen. Bemerkenswert ist allerdings auch in diesem Teilmarkt, dass in einigen Städten und Gemeinden in den Landkreisen nicht mehr ganz die Mietpreise vom Vorjahr erzielt werden konnten. Einzig in der A-Lage von Bad Homburg konnten hingegen Mietpreissteigerungen festgestellt werden.

Die Ausgabe 2011 (Ergebnisse auf Gemeindeebene) können Sie hier downloaden.

 

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