Marktinformationen

Als Mitglied der Frankfurter Immobilienbörse bei der IHK und als deren Vorsitzender wirkt Helmut Christmann wesentlich an der Erstellung der jährlichen Wohn- und Gewerbe-Immobilienmarktberichte für das Geschäftsgebiet der IHK Frankfurt am Main aktiv mit.


Die Mitglieder haben sich dazu entschlossen, intensiver über den regionalen Wohnungs- sowie Gewerbeimmobilienmarkt zu berichten.

Weitere Informationen
1. Zur Frankfurter Immobilienbörse bei der IHK
2. Interview mit Helmut Christmann zu den Zielen der Immobilienbörse bei der IHK

Nachfolgend finden Sie Immobilienmarktberichte zum kostenlosen Download ab 2009.

 


 

Gewerbemarktbericht 2012

In den einzelnen Marktbereichen wurden folgende Ergebnisse festgestellt:

Büromarkt Frankfurt am Main

Rückgang des Flächenumsatzes

In 2011 wurden auf dem Frankfurter Bürovermietungsmarkt insgesamt ca. 430.000 Quadratmeter Bürofläche umgesetzt, dies sind rd. neun Prozent weniger als im Vorjahr. Dennoch war es ein insgesamt gutes Jahr für den Bürostandort Frankfurt. Der Grund für den etwas geringeren Flächenumsatz lag an den Großanmietungen der vorangegangenen Jahre. So war im Flächenumsatz des Jahres 2010 beispielsweise die Anmietung der Europäischen Zentralbank (EZB) enthalten und in 2009 die Großanmietung der Deutschen Bahn im „Silver Tower“. Die Flächenumsätze des Jahres 2011 hingegen verteilen sich auf Anmietungen unterhalb von 25.000 Quadratmetern. Vor allem deutlich mehr Vertrags-abschlüsse in den Größenklassen unter 1.000 Quadratmeter tragen zum Gesamtergebnis bei. Mehr als zwei Drittel aller Flächenumsätze entfallen auf moderne Gebäudequalitäten. Aufgrund großflächiger Anmietungen am Frankfurter Flughafen durch Fraport, Lufthansa und DB Schenker war der Anteil von Unternehmen aus den Branchen Transport und Verkehr in 2011 für deutlich mehr Flächenumsätze als in den Vorjahren verantwortlich.

Leerstandsvolumen

Im Jahr 2011 blieb das Leerstandsvolumen (inklusive Flächen zur Untervermietung) gegenüber dem Vorjahr nahezu konstant. Die Leerstandsquote (inklusive Untermietflächen) lag zum Jahresende weiterhin knapp unter 15 Prozent. Hierbei ist jedoch zu berücksichtigen, dass viele Flächen eine Qualität aufweisen, die für eine Vermietung kaum noch in Frage kommt, sodass der hohe Sockelleerstand in Frankfurt am Main bestehen bleibt. In 2012 wird das Leerstandsvolumen insgesamt voraussichtlich leicht zurückgehen.

Fertigstellungsvolumen

Im Jahr 2011 kam es zu einem Fertigstellungsvolumen von ca. 240.000 Quadratmetern. Im Jahre 2012 werden voraussichtlich weniger als 100.000 Quadratmeter fertiggestellt, von denen weniger als 15 Prozent noch verfügbar sind. Erst in den Folgejahren wird wieder ein höheres Fertigstellungsvolumen erreicht, u. a. durch den TaunusTurm und den EZB-Neubau im Ostend.

Spitzenmieten

Die monatliche Spitzenmiete steht konstant bei 37 Euro pro Quadratmeter/Monat. Insbesondere die künftigen hochwertigen Neufertigstellungen auf dem MainTor-Areal sowie im TaunusTurm werden dafür sorgen, dass die Spitzenmiete auf diesem Niveau stabil bleibt bzw. leicht ansteigen wird. Die von Vermietern gewährten Incentives (Preisnachlässe) liegen in Spitzenlagen bei durchschnittlich fünf Prozent der Nominalmiete und somit auf Normalmaß.

Einzelhandelsflächen Frankfurt am Main

Die Nachfrage nach Einzelhandelsflächen in den innerstädtischen 1a-Lagen von Frankfurt am Main hat sich im vergangenen Jahr beschleunigt, insbesondere auf der Zeil, der Goethestraße, dem Steinweg und der Freßgass’. Das Angebot in den begehrten Lagen ist vergleichsweise gering, sodass neue Flächen innerhalb kürzester Zeit einen Abnehmer finden. Bei weitem nicht alle Gesuche treffen hier auf ein entsprechendes Angebot. Unverändert hoch ist die Nachfrage durch internationale Unternehmen. Vor allem die wirtschaftliche Stabilität des Standortes Deutschland ist hierbei ausschlaggebend. Dies hat zur Folge, dass die Mietpreise im vergangenen Jahr deutlich gestiegen sind. Auf der Zeil werden bei Neuabschlüssen für Standardeinzelhandelsflächen mit Verkaufsflächen zwischen 60 und 120 Quadratmetern Preise von 290 Euro pro Quadratmeter/Monat gezahlt, die Spitzenmieten liegen bei über 300 Euro pro Quadratmeter/Monat. Mietpreissteigerungen sind auch in den starken Stadtteillagen der Berger Straße in Bornheim sowie der Schweizer Straße in Sachsenhausen zu verzeichnen. Der positive Trend hat sich zu Beginn des Jahres fortgesetzt, sodass die hohe Nachfrage in 2012 konstant bleiben sollte. Schwerer haben es die Stadtteile in den Frankfurter Randlagen, insbesondere in Fechenheim, Schwanheim und Bergen-Enkheim sind in den A-Lagen niedrigere Preise als im Vorjahr zu beobachten.

Lager- und Logistikflächen FrankfurtRheinMain

Bei den Lager- und Logistikflächen wird die gesamte Region inkl. Wiesbaden und Mainz betrachtet. Mit einem Flächenumsatz von ca. 540.000 Quadratmetern wurde in FrankfurtRhein-Main 2011 ein hervorragendes Umsatzergebnis erzielt. Im Vergleich zum Vorjahr mit rd. 326.000 Quadratmetern bedeutet dies eine Steigerung um ca. 65 Prozent. Großabschlüsse mit mehr als 10.000 Quadratmetern sorgten für etwa die Hälfte des Umsatzes. Für das Gesamtjahr 2012 werden allerdings wieder deutlich geringere Flächenumsätze erwartet. Die Spitzenmiete für Lager- und Logistikflächen >− 5.000 Quadratmeter ist auf aktuell 6,20 Euro pro Quadratmeter/Monat im Umfeld des Frankfurter Flughafens gestiegen. Eine steigende Nachfrage nach Neubauflächen bei reduziertem Angebot ist der Grund für die leicht gestiegene Miete. Auch zukünftig ist vor allem in der Kategorie ab 10.000 Quadratmetern mit einer Flächenknappheit zu rechnen. In den meisten neu errichteten sowie in den im Bau befindlichen Objekten stehen keine freien Flächen zur Verfügung.

Hochtaunuskreis und Main-Taunus-Kreis

Für die Landkreise gilt nach wie vor, dass Vorteile insbesondere in jenen Städten und Gemeinden bestehen, die über eine S-Bahn-Anbindung nach Frankfurt am Main verfügen. Die Vermarktungschancen und die damit verbundenen Mieten für Gewerbeflächen reduzieren sich mit zunehmender Entfernung zum Hauptzentrum Frankfurt am Main sowie zu den im Vordertaunus liegenden Nebenzentren.

Bei den Büroflächen konnten in den Städten und Gemeinden der Landkreise im Vergleich zum Vorjahr stabile Mietpreise beobachtet werden. Die Nachfrage nach kleineren Flächen ist insbesondere im Vordert aunus hoch. Bei den Einzelhandelsflächen gab es im westlichen Umland von Frankfurt kaum nennenswerte Veränderungen.

Die Ausgabe 2012 (Ergebnisse auf Gemeindeebene) können Sie hier downloaden.

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