Marktinformationen

Als Mitglied der Frankfurter Immobilienbörse bei der IHK und als deren Vorsitzender wirkt Helmut Christmann wesentlich an der Erstellung der jährlichen Wohn- und Gewerbe-Immobilienmarktberichte für das Geschäftsgebiet der IHK Frankfurt am Main aktiv mit.


Die Mitglieder haben sich dazu entschlossen, intensiver über den regionalen Wohnungs- sowie Gewerbeimmobilienmarkt zu berichten.

Weitere Informationen
1. Zur Frankfurter Immobilienbörse bei der IHK
2. Interview mit Helmut Christmann zu den Zielen der Immobilienbörse bei der IHK

Nachfolgend finden Sie Immobilienmarktberichte zum kostenlosen Download ab 2009.

 


 

Gewerbemarktbericht 2013


In den einzelnen Marktbereichen wurden folgende Ergebnisse festgestellt:

BÜROMARKT FRANKFURT AM MAIN

STARKER FLÄCHENUMSATZ IM ZURÜCKLIEGENDEN JAHR

In 2012 wurden auf dem Frankfurter Bürovermietungsmarkt insgesamt ca. 510.000 Quadratmeter Bürofläche umgesetzt, dies entspricht einer Steigerung von ca. 19 Prozent oder 80.000 Quadratmetern. Zu diesem Ergebnis hat vor allem ein starkes viertes Quartal beigetragen.

Damit hat Frankfurt das beste Ergebnis seit 2007 erzielt, ohne eine Großanmietung von über 30.000 Quadratmetern zu verzeichnen. Wie in den vorangegangenen Jahren auch, entfielen mehr als zwei Drittel aller Flächenumsätze auf moderne Gebäudequalitäten.

War in 2011 aufgrund großflächiger Anmietungen am Frankfurter Flughafen durch Fraport, Lufthansa und DB Schenker der Anteil von Unternehmen aus den Branchen Transport und Verkehr für hohe Flächenumsätze verantwortlich, sorgten in 2012 wieder die Banken und Finanzdienstleister für die meisten Flächenumsätze. Für 2013 ist mit einem Flächenumsatz von weniger als 500.000 Quadratmetern auszugehen, vor allem der Jahresauftakt im ersten Quartal war noch sehr verhalten.

LEERSTANDSVOLUMEN

Im Jahr 2012 hat sich das Leerstandsvolumen (inklusive Flächen zur Untervermietung) gegenüber dem Vorjahr verringert. Die Leerstandsquote (inklusive Untermietflächen) lag zum Jahresende bei knapp unter 14 Prozent. Im ersten Quartal 2013 ist sie weiter leicht gesunken.

Nach wie vor ist es so, dass viele der leerstehenden Flächen in Frankfurt am Main eine Qualität aufweisen, die für eine Vermietung kaum noch in Frage kommt, sodass ein hoher Sockelleerstand bestehen bleibt. Da aber viele der in den nächsten Jahren neu auf den Markt kommenden Flächen bereits vermietet sind, sollte das Leerstandsvolumen weiter moderat zurückgehen.

Zudem sollten die steigenden Preise auf dem Wohnungsmarkt auch in den kommenden Jahren dafür sorgen, dass Umwidmungen hierfür geeigneter leerstehender Büroflächen erfolgen.

FERTIGSTELLUNGSVOLUMEN

In 2012 wurden mit ca. 90.000 Quadratmetern deutlich weniger Bürofläche als im Vorjahr fertiggestellt und erstmals seit dem Jahr 2008 auch wieder weniger als 100.000 Quadratmeter. Für 2013 wird wieder ein deutlich höheres Fertigstellungsvolumen erwartet, ein Großteil der Fläche ist aber bereits nicht mehr verfügbar. Zu den größten Fertigstellungen in 2013 zählen die Revitalisierungen „Leo“ (ehemals „Poseidon“) an der Messe mit 40.000 Quadratmetern und „Triton“ im Westend mit ca. 30.000 Quadratmetern, die Neubaubauten „Meandris“ im Europaviertel, „HOLM“ und „Alpha Rotex“ in Gateway Gardens mit jeweils ca. 20.000 Quadratmetern sowie die Revitalisierungen „T11“ im Bankenviertel und „Ma“ (ehemals Diamantenbörse) nördlich der Zeil mit jeweils ca. 10.000 Quadratmetern. Zudem werden gegen Anfang 2014 der TaunusTurm im Bankenviertel mit ca. 60.000 Quadratmetern sowie der EZB-Neubau im Ostend mit mehr als 100.000 Quadratmetern fertiggestellt.

SPITZENMIETE

Die monatliche Spitzenmiete ist zum Jahresbeginn 2013 leicht gestiegen und liegt nun bei 37,50 Euro pro Quadratmeter/Monat. Es ist davon auszugehen, dass die Spitzenmiete in den kommenden Jahren auf diesem Niveau stabil bleibt bzw. leicht ansteigen wird. Die von Vermietern gewährten Incentives (Preisnachlässe) liegen in Spitzenlagen bei durchschnittlich fünf Prozent der Nominalmiete und somit auf Normalmaß.

EINZELHANDELSFLÄCHEN FRANKFURT AM MAIN

Die Nachfrage nach Einzelhandelsflächen in den etablierten innerstädtischen A-Lagen von Frankfurt am Main ist weiterhin sehr hoch. Zu nennen sind hier insbesondere Zeil, Goethestraße, Freßgass‘ und Steinweg. Diese Lagen profitieren von den gezielten Ansiedlungen expandierender Filialisten und ausländischen Ketten, die in den deutschen Markt eintreten. Trotz Projektentwicklungen wie ONE Goetheplaza, Roßmarkt 10 und Zeil 123 bleibt das Angebot vergleichsweise gering, sodass neue Flächen weiterhin innerhalb kürzester Zeit einen Abnehmer finden.

Dabei ist die Nachfrage in den Luxuslagen am höchsten, auf der Goethestraße konnten im vergangenen Jahr bei Neuabschlüssen wiederum etwas höhere Mieten (250 Euro pro Quadratmeter) realisiert werden. Auf der Zeil werden bei Neuabschlüssen für Standardeinzelhandels flächen mit Verkaufsflächen zwischen 60 und 120 Quadratmetern in der A-Lage weiterhin Preise von 290 Euro pro Quadratmeter/Monat gezahlt, Spitzenmieten liegen jenseits der 300 Euro pro Quadratmeter/Monat. Es ist davon auszugehen, dass die Nachfrage in diesen Lagen auch weiterhin auf einem konstant hohem Niveau bleiben wird, sodass mit weiteren Projektentwicklungen in prominenter Lage gerechnet werden kann.

Die Stadtteillagen Schweizer Straße, Berger Straße, Grüneburgweg und Leipziger Straße erfreuen sich auch weiterhin großer Beliebtheit, auch wenn zuletzt unterschiedliche Tendenzen zu erkennen waren. Konstante bis leicht steigende Mieten waren in der Berger Straße in Bornheim zu verzeichnen, während die Mieten auf der Leipziger Straße in Bockenheim geringfügig rückläufig waren. Wie bereits im vergangenen Jahr, wurden in den Randlagen Niederrad, Bergen-Enkheim, Fechenheim und Schwanheim sinkende Preise beobachtet. Im westlichen Stadtteil Höchst sind die Mieten hingegen konstant.

LAGER- UND LOGISTIKFLÄCHEN FRANKFURTRHEINMAIN

Bei den Lager- und Logistikflächen wird die gesamte Region inkl. Wiesbaden und Mainz betrachtet. Mit einem Flächenumsatz von ca. 455.000 Quadratmetern in FrankfurtRheinMain wurde das Rekordergebnis des Vorjahrs zwar deutlich unterschritten, dennoch war 2012 ein insgesamt gutes Jahr. Großabschlüsse mit mehr als 20.000 Quadratmetern sorgten für etwa die Hälfte des Umsatzes. Auch für das Gesamtjahr 2013 wird wieder mit einem guten Ergebnis gerechnet, im ersten Quartal konnte bereits ein überdurchschnittlicher Flächenumsatz erzielt

werden. Die Spitzenmiete für Lager- und Logistikflächen 5.000 Quadratmeter liegt stabil bei etwa 6,20 Euro pro Quadratmeter/Monat im Umfeld des Frankfurter Flughafens. Das kurzfristig verfügbare Flächenangebot bleibt weiterhin begrenzt, da sich kaum verfügbare Flächen in Bau befinden.

HOCHTAUNUSKREIS UND MAIN-TAUNUS-KREIS

Für die Landkreise gilt nach wie vor, dass Vorteile insbesondere in jenen Städten und Gemeinden bestehen, die über eine S-Bahnanbindung nach Frankfurt am Main verfügen. Die Vermarktungschancen und die damit verbundenen Mieten für Gewerbeflächen reduzieren sich mit zunehmender Entfernung zum Hauptzentrum Frankfurt am Main sowie zu den im Vordertaunus liegenden Nebenzentren. Als Einzelhandelsstandorte sind viele Städte in den Landkreisen Main-Taunus und Hochtaunus für Unternehmen unter anderem deshalb interessant, weil die Bevölkerung in den Gemeinden über eine z. T. weit überdurchschnittliche Kaufkraft verfügt, die zu den höchsten in Deutschland zählt. Zudem stehen in fast allen Städten im direkten Umfeld Frankfurts Gewerbegebiete zur Ansiedlung von Büro- sowie Lager- und Logistikflächen

mit guter Straßen- und Bahnanbindung zur Verfügung. Bei den Büroflächen konnten in den Städten und Gemeinden der Landkreise im Vergleich zum Vorjahr weitgehend stabile Mietpreise beobachtet werden. In Bad Homburg wurden im durchschnittlichen bis gehobenen Bürosegment höhere Mieten als im Vorjahr erzielt, auch in Sulzbach sind geringe Zuwächse zu verzeichnen.

Bei den Einzelhandelsflächen gab es im westlichen Umland von Frankfurt ebenfalls keine größeren Veränderungen. In der A-Lage von Oberursel konnten etwas höhere Mieten erzielt werden, während die Mietpreise bei Neuabschlüssen in der A-Lage von Usingen unter dem Niveau des Vorjahres lagen. Auch in den A- und B-Lagen Hattersheims sowie in den B-Lagen von Hofheim am Taunus sind geringfügig niedrigere Preise zu verzeichnen.

Bei den Mieten für Lager- und Logistikflächen konnten in den Landkreisen im Vergleich zum Vorjahr keine Veränderungen registriert werden.

Die vollständigen Ergebnisse auf Gemeindeebene können Sie hier downloaden.

 

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