Marktinformationen

Als Mitglied der Frankfurter Immobilienbörse bei der IHK und als deren Vorsitzender wirkt Helmut Christmann wesentlich an der Erstellung der jährlichen Wohn- und Gewerbe-Immobilienmarktberichte für das Geschäftsgebiet der IHK Frankfurt am Main aktiv mit.


Die Mitglieder haben sich dazu entschlossen, intensiver über den regionalen Wohnungs- sowie Gewerbeimmobilienmarkt zu berichten.

Weitere Informationen
1. Zur Frankfurter Immobilienbörse bei der IHK
2. Interview mit Helmut Christmann zu den Zielen der Immobilienbörse bei der IHK

Nachfolgend finden Sie Immobilienmarktberichte zum kostenlosen Download ab 2009.

 


 

Gewerbemarktbericht 2014

In den einzelnen Marktbereichen wurden folgende Ergebnisse festgestellt:

BÜROFLÄCHEN FRANKFURT AM MAIN

STARKER FLÄCHENUMSATZ IM VORHERGEHENDEN JAHR

In 2013 wurden auf dem Frankfurter Bürovermietungsmarkt insgesamt ca. 445.000 Quadratmeter Bürofläche umgesetzt. Dies entspricht einem Rückgang von ca. 13 Prozent oder 65.000 Quadratmetern gegenüber 2012, ist für den Frankfurter Büromarkt aber dennoch ein solides Ergebnis. Zum einen gab es eine geringere Zahl an Mietvertragsabschlüssen für Flächen über 10.000 Quadratmetern, zum anderen mehrere Mietvertragsverlängerungen. Die Gesamtzahl der Abschlüsse lag 2013 jedoch höher als 2012. Wie schon im Vorjahr sorgten auch 2013 wieder Banken und Finanzdienstleister für die meisten Flächenumsätze, gefolgt von den Beratungsgesellschaften. Die flächenmäßig größte Anmietung tätigte die Commerzbank in Frankfurt-Hausen mit ca. 50.000 Quadratmetern. Nach einem vielversprechenden Jahresauftakt ist für 2014 mit einem Flächenumsatz von etwa 500.000 Quadratmetern zu rechnen.

LEERSTANDSVOLUMEN

Bei einem Büroflächenbestand von etwa 12,2 Mio. Quadratmetern hat sich das Leerstandsvolumen (inklusive Flächen zur Untervermietung) im Jahr 2013 weiter reduziert und lag zum Jahresende 2013 bei unter 13 Prozent. Viele leerstehende Immobilienobjekte genügen nicht mehr den Ansprüchen der Nutzer und werden daher auf lange Sicht gesehen nicht vermietbar sein. Daher bleibt ein hoher Sockelleerstand bestehen. Durch die Umwandlung solcher Bestandsflächen in Wohnraum und Hotels wurden in den vergangenen Jahren aber einige schwervermietbare Büroobjekte vom Markt genommen, entweder durch Umnutzung des Bestandsgebäudes oder durch Abriss und Neubau.

FERTIGSTELLUNGSVOLUMEN

In 2013 wurde auf dem Frankfurter Büromarkt mit ca. 170.000 Quadratmetern wieder deutlich mehr Bürofläche als im Vorjahr fertiggestellt. Weitere ca. 290.000 Quadratmeter Bürofläche werden voraussichtlich in 2014 fertiggestellt. Ein Großteil dieser Fläche ist jedoch bereits nicht mehr verfügbar. Zu den größten Fertigstellungen in diesem Jahr zählen der EZB-Neubau im Ostend mit mehr als 100.000 Quadratmetern und der TaunusTurm im CBD mit ca. 60.000 Quadratmetern.

SPITZENMIETE

Die Spitzenmiete in Top-Objekten ist zuletzt leicht gestiegen und liegt nun bei 38 Euro pro Quadratmeter/Monat. Ausschlaggebend für den Anstieg waren vor allem Anmietungen im TaunusTurm. Es ist davon auszugehen, dass die Spitzenmiete in ähnlichen Immobilien auf diesem Niveau stabil bleibt.

EINZELHANDELSFLÄCHEN FRANKFURT AM MAIN

Die Nachfrage nach Einzelhandelsflächen, insbesondere von internationalen Filialisten, in den etablierten innerstädtischen A-Lagen von Frankfurt am Main ist gleichbleibend hoch. Dagegen bleibt das Angebot vergleichsweise gering, sodass neue Flächen weiterhin innerhalb kürzester Zeit einen Abnehmer finden. Dementsprechend wird in den A-Lagen ein stabiles bis leicht anziehendes Mietpreisniveau registriert. Die Nachfrage in den Luxuslagen ist nach wie vor am höchsten. Auf der Goethestraße konnte im vergangenen Jahr bei Neuabschlüssen ein leichter Preisanstieg auf etwa 260 Euro pro Quadratmeter/Monat registriert werden. Auf der Zeil konnten bei Neuabschlüssen für Standardeinzelhandelsflächen mit Verkaufsflächen zwischen 60 und 120 Quadratmetern in der A-Lage weiterhin 290 Euro pro Quadratmeter/Monat realisiert werden. Bei diesen Angaben handelt es sich um Schwerpunktmieten, die Spitzenmieten liegen sowohl auf der Zeil als auch auf der Goethestraße bei über 300 Euro pro Quadratmeter/Monat.

Auch nach Fertigstellung der Projekte ONE Goetheplaza, Roßmarkt 10 und Zeil 123 sorgt die konstant hohe Nachfrage nach Einzelhandelsflächen im gehobenen Segment für innerstädtische Projektentwicklungen. Hierzu zählen beispielsweise die Revitalisierung und Erweiterung der Goethestraße 34 und die Erweiterung der Einzelhandelslage südlich der Goethestraße mit den Projekten Luginsland und ma‘ro.

Die Stadtteillagen Schweizer Straße, Berger Straße, Grüneburgweg und Leipziger Straße erfreuen sich weiterhin großer Beliebtheit. Die hier erzielten Mieten sind weitgehend konstant. In den Frankfurter Randlagen Höchst, Fechenheim und Bergen-Enkheim wurden hingegen leicht sinkende Preise festgestellt.

LAGER- UND LOGISTIKFLÄCHEN FRANKFURTRHEINMAIN

Bei den Lager- und Logistikflächen wird der Großraum Frankfurt inklusive Hanau, Wiesbaden und Mainz betrachtet. Mit einem Flächenumsatz von ca. 415.000 Quadratmetern wurde das sehr gute Ergebnis des Vorjahres um etwa neun Prozent unterschritten, dennoch war es eines der besten Ergebnisse der zurückliegenden zehn Jahre. Ein Grund für den gesunkenen Flächenumsatz war die rückläufige Zahl an Großabschlüssen. Für das Gesamtjahr 2014 wird nach einem starken Jahresauftakt wieder mit einem sehr guten Ergebnis gerechnet. Aufgrund des mangelnden Flächenangebotes, insbesondere bei modernen Standards, können nicht alle Anfragen befriedigt werden. Die Spitzenmiete für Lager- und Logistikflächen ≥ 5.000 Quadratmeter liegt im Umfeld des Frankfurter Flughafens stabil bei etwa 6,20 Euro pro Quadratmeter/Monat. Bei Flächen unter 5.000 Quadratmetern kann der Mietpreis hier auch über sieben Euro pro Quadratmeter/Monat liegen. Das kurzfristig verfügbare Flächenangebot bleibt weiterhin begrenzt, da in diesem Segment wenig Neubauflächen verfügbar sind.

HOCHTAUNUSKREIS UND MAIN-TAUNUS-KREIS

Für die Landkreise gilt nach wie vor, dass Vorteile insbesondere in jenen Städten und Gemeinden bestehen, die über eine S-Bahnanbindung nach Frankfurt am Main verfügen. Die Vermarktungschancen und die damit verbundenen Mieten für Gewerbeflächen reduzieren sich mit zunehmender Entfernung zum Oberzentrum Frankfurt am Main sowie zu den im Vordertaunus liegenden Mittelzentren.

Als Einzelhandelsstandorte sind viele Städte in den Landkreisen Main-Taunus und Hochtaunus für Unternehmen unter anderem deshalb interessant, weil die Bevölkerung in den Gemeinden über eine zum Teil weit überdurchschnittliche Kaufkraft verfügt, die zu den höchsten in Deutschland zählt. Zudem stehen in fasst allen Städten im direkten Umfeld Frankfurts Gewerbegebiete zur Ansiedlung von Büro- sowie Lager- und Logistikflächen mit guter Straßen- und Bahnanbindung zur Verfügung.

Bei den Büroflächen in den Landkreisen wurden in Bad Homburg im Vergleich zum Vorjahr im durchschnittlichen bis gehobenen Bürosegment etwas höhere Mieten erzielt. In Hattersheim, Schwalbach und Sulzbach sind leicht steigende Mieten zu verzeichnen, in den übrigen Standorten gab es kaum Veränderungen.

Bei den Einzelhandelsflächen wurden im westlichen Umland von Frankfurt keine größeren Veränderungen verzeichnet. In den A-Lagen von Königstein, Kronberg, Steinbach, Flörsheim, Hattersheim, Hofheim, Kelkheim und Kriftel wurden etwas geringere Mieten erzielt, die Mietpreise bei Neuabschlüssen in der A-Lage von Usingen lagen hingegen geringfügig über dem Niveau des Vorjahres. Die höchsten Schwerpunktmieten im Einzelhandel werden im Hochtaunuskreis mit 55 Euro pro Quadratmeter/Monat in Bad Homburg erzielt und im Main-Taunus-Kreis mit 25 Euro pro Quadratmeter/Monat in Bad Soden.

Die höchsten Büromieten im Hochtaunuskreis werden mit 15,50 Euro pro Quadratmeter/Monat ebenfalls in Bad Homburg erzielt. Im Main-Taunus-Kreis liegen sie in Bad Soden, Hofheim und Sulzbach bei etwa 13 Euro pro Quadratmeter/Monat (Eschborn wird zum Büromarkt Frankfurt gezählt, hier werden bis zu 14,50 Euro pro Quadratmeter/Monat gezahlt).

Bei den Mieten für Lager- und Logistikflächen konnten in den Landkreisen im Vergleich zum Vorjahr überwiegend stabile Preise registriert werden.

Die vollständigen Ergebnisse auf Gemeindeebene können Sie hier downloaden.

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