Marktinformationen

Als Mitglied der Frankfurter Immobilienbörse bei der IHK und als deren Vorsitzender wirkt Helmut Christmann wesentlich an der Erstellung der jährlichen Wohn- und Gewerbe-Immobilienmarktberichte für das Geschäftsgebiet der IHK Frankfurt am Main aktiv mit.


Die Mitglieder haben sich dazu entschlossen, intensiver über den regionalen Wohnungs- sowie Gewerbeimmobilienmarkt zu berichten.

Weitere Informationen
1. Zur Frankfurter Immobilienbörse bei der IHK
2. Interview mit Helmut Christmann zu den Zielen der Immobilienbörse bei der IHK

Nachfolgend finden Sie Immobilienmarktberichte zum kostenlosen Download ab 2009.

 


 

Wohnungsmarktbericht 2010

In den einzelnen Marktbereichen des Wohnungsmarktes wurden folgende Ergebnisse festgestellt:

Mietwohnungen
Bei Mietwohnungen in Frankfurt am Main wurden im Jahr 2010 Preissteigerungen festgestellt. Dies trifft auch für bevorzugte Lagen des Hochtaunus- und Main-Taunus-Kreises zu. So wurden in Frankfurt für Wohnungen mit mittlerer bis guter Ausstattungsqualität Mieten von 7 Euro pro Quadratmeter bis 15 Euro pro Quadratmeter erzielt. In Einzelfällen wurden diese Preisspannen, je nach Ausstattungsqualität und Lage, auch noch deutlich überschritten. Die Nachfrage nach Mietwohnungen ist, vor allem in Frankfurt am Main sowie in den präferierten Lagen des Hochtaunus- und Main-Taunus-Kreises, insgesamt hoch. Im unteren Preissegment ist sogar ein Nachfrageüberhang erkennbar.

Eigentumswohnungen
Beim Wiederverkauf von Eigentumswohnungen ist nach einem lang anhaltenden Preisrückgang sowie einer Stagnation auf niedrigem Niveau nunmehr eine Erholungsphase festzustellen. Dies betrifft sowohl das Stadtgebiet Frankfurt am Main als auch den ebenfalls zum IHK-Bezirk Frankfurt am Main gehörenden Vordertaunusbereich.

Der Trend zu kleineren Gebäudekomplexen ist dabei deutlich erkennbar. Wohnungen in älteren Hochhäusern lassen sich nach wie vor nur zu günstigen Kaufpreisen vermarkten. Dies ist auch auf die hohen Nebenkosten in diesen Gebäuden zurückzuführen.

Die Neubautätigkeit hat spürbar nachgelassen. Dies liegt unter anderem auch an einer sehr restriktiven Finanzierungspolitik der Banken. Die Nachfrage übersteigt unverändert das Angebot.

Im Stadtgebiet von Frankfurt am Main wurden für Eigentumswohnungen in Neubauten Kaufpreis bis zu 5.900 Euro pro Quadratmeter (Westend) erzielt. In besonderen Lagen sind auch höhere Preise möglich. Demgegenüber beginnt das untere Ende der Kaufpreise für Wohnungen mit einfacher Ausstattungsqualität bei 1.000 Euro pro Quadratmeter.

Deutlich preisbestimmend beim Verkauf gebrauchter Eigentumswohnungen ist nach wie vor die Wohnqualität der Objekte. Hoher Modernisierungsbedarf schlug sich auch 2010 in langen Vermarktungszeiten und reduzierten Kaufpreisen nieder.

Reihenhäuser und Doppelhaushälften
Bei Doppelhaushälften und Reihenhäusern hat sich die Preisstruktur des Vorjahres nicht wesentlich verändert. Es wurden Preise zwischen 95.000 € und 850.000 € erzielt. Aufgrund der großen Nachfrage nach Neubauten lassen sich diese Werte noch steigern. Häuser mit einem Sanierungsstau und minderer Ausstattungsqualität können hingegen deutlich darunterliegen.

Freistehende Einfamilienhäuser und größere Doppelhaushälften
Die Befragung der Frankfurter Immobilienbörse zum Segment der freistehenden Einfamilienhäuser und größeren Doppelhaushälften ergab für Frankfurt am Main Preise von 200.000 € bis 1.200.000 €. Die Preisspanne ist insgesamt sehr breit gefächert. Sie kennt in besonderen Lagen nach oben keine Limitierung. Im Vordertaunus tragen die Anbindung an das Oberzentrum Frankfurt am Main sowie die gute Infrastruktur erheblich zur Höhe des Kaufpreises bei. Dies lässt sich in der Regel auch an den niedrigeren Kaufpreisen sowie längeren Vermarktungszeiten der Objekte in nicht optimal angebundenen Taunusgemeinden ablesen. In den Landkreisen Hochtaunus und Main-Taunus reichte die Preisspanne von 100.000 € bis 700.000 €.

Baugrundstücke
Die Nachfrage nach Baugrundstücken in präferierten Lagen mit guter Infrastruktur und Anbindung übersteigt das Angebot deutlich. In Frankfurt am Main wurden Preise von 350 Euro pro Quadratmeter bis 2.800 Euro pro Quadratmeter und im Vordertaunus von 100 Euro pro Quadratmeter bis 1.000 Euro pro Quadratmeter erzielt.

Die Quadratmeterpreise von Baugrundstücken für den Mietwohnungsbau sind in Abhängigkeit von dem Verhältnis der zu realisierenden Wohnfläche zur Grundstücksfläche sehr unterschiedlich. Im Wesentlichen wurden für Baugrundstücke in guten Lagen Preise um 500 Euro pro Quadratmeter realisierbarer Wohnfläche vereinbart.

Renditeobjekte
Die Nachfrage nach Renditeobjekten im Wohnbereich ist im Gegensatz zum Angebot sehr hoch. Private und auch wieder vermehrt institutionelle Investoren setzen verstärkt auf Investitionen in Wohnimmobilien. Dies hat zu Steigerungen der Kaufpreise geführt. Hierbei spielen zukünftige Renditeerwartungen eine Rolle. Der Kaufpreis lag im Bereich des 10- bis 21-Fachen der Netto-Jahreskaltmiete.

Fazit
Die von der Frankfurter Immobilienbörse im Oktober 2010 durchgeführte Untersuchung des Wohnimmobilienmarkts im Bezirk der IHK Frankfurt am Main ergab, dass sich der Immobilienmarkt in einem positiven Trend befindet. Dies trifft insbesondere für Mietwohnungen und Anlageimmobilien zu. Die Wertstabilität von Immobilien ist wieder verstärkt gefragt. Nach wie vor belastet eine restriktive Finanzierungsbereitschaft der Banken, wobei gerade jetzt der Zeitpunkt für einen Einstieg in den Immobilienmarkt für potenzielle Erwerber besonders günstig ist, da die aktuellen Kaufpreise aufgrund des historisch niedrigen Zinsniveaus und des zu erwartenden Preisanstiegs äußerst attraktiv sind.

Grundsätzlich gilt weiterhin, dass sich die sehr unterschiedlichen Lagequalitäten, Infrastrukturausstattungen und Entfernungen zum Oberzentrum Frankfurt von den ermittelten Marktdaten deutlich ablesen lassen. Dabei wirken sich vor allem die Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr, die soziale Infrastruktur (bspw. Kindergärten, Schulen, Ärzteversorgung) sowie die vorhandenen Einkaufsmöglichkeiten für den täglichen Bedarf auf die Nachfrage aus. Dies sind entscheidende Faktoren bei der Standortwahl der Hauptnachfragegruppe (Eigennutzer, 30-45 Jahre), deren Entscheidung sich in einem deutlich differenzierten Preisgefüge im betrachteten Gebiet dokumentieren.

Der Kern der Metropolregion FrankfurtRheinMain ist nachhaltig einer der attraktivsten Standorte in Deutschland. Dies spiegelt sich in dem hohen Interesse an Investitionen in Wohnimmobilien wider. Dazu trägt auch die im Vergleich zum Vorjahr verbesserte Situation auf dem Arbeitsmarkt bei, die die Metropolregion als Wohn- und Arbeitsraum sehr attraktiv macht.

Frankfurt am Main, 3. November 2010

Die Ausgabe 2010 (Ergebnisse auf Gemeindeebene) können Sie hier downloaden.

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