Marktinformationen

Als Mitglied der Frankfurter Immobilienbörse bei der IHK und als deren Vorsitzender wirkt Helmut Christmann wesentlich an der Erstellung der jährlichen Wohn- und Gewerbe-Immobilienmarktberichte für das Geschäftsgebiet der IHK Frankfurt am Main aktiv mit.


Die Mitglieder haben sich dazu entschlossen, intensiver über den regionalen Wohnungs- sowie Gewerbeimmobilienmarkt zu berichten.

Weitere Informationen
1. Zur Frankfurter Immobilienbörse bei der IHK
2. Interview mit Helmut Christmann zu den Zielen der Immobilienbörse bei der IHK

Nachfolgend finden Sie Immobilienmarktberichte zum kostenlosen Download ab 2009.

 


 

Wohnungsmarktbericht 2012

In den einzelnen Marktbereichen des Wohnungsmarktes wurden folgende Ergebnisse festgestellt:

Mietwohnungen

Wie bereits in den vergangenen Jahren, wurde auch für das Jahr 2012 in einigen Frankfurter Stadtteilen ein Mietpreisanstieg festgestellt. Nach wie vor liegt der Fokus dabei in den bevorzugten Wohngegenden, in 2012 in Bockenheim, Bornheim, Sachsenhausen, im Nordend sowie im Bereich Altstadt/Innenstadt/Bahnhofsviertel. In Frankfurt werden für Wohnungen mittlerer bis guter Ausstattungsqualität Mieten von 7 bis 16 Euro pro Quadratmeter erzielt, in der Spitze ist dies eine leichte Steigerung gegenüber 2011. Je nach Ausstattungsqualität und Lage wurden diese Preisspannen im Westend und in ausgesuchten Einzelfällen auch noch deutlich überschritten. Im Main-Taunus-Kreis wird das Niveau des Vorjahres bestätigt, in einzelnen Gemeinden des Hochtaunuskreises sind leicht steigende Mietpreise wahrnehmbar, so in Bad Homburg, Königstein und Oberursel. Die Nachfrage nach Mietwohnungen ist, vor allem in Frankfurt am Main sowie in den präferierten Lagen des Hochtaunuskreises und Main-Taunus-Kreises, weiterhin sehr hoch. Im unteren Preissegment ist ein stetig zunehmender Nachfrageüberhang vorhanden.

Eigentumswohnungen

Auch beim Wiederverkauf von Eigentumswohnungen sind, wie bereits in den vergangenen Jahren, Preissteigerungen zu verzeichnen. Dies gilt sowohl für das Stadtgebiet Frankfurt am Main als auch für den Vordertaunusbereich. Bevorzugt nachgefragt werden immer noch kleine Wohneinheiten. Problematisch ist nach wie vor die Vermarktung von Wohnungen in älteren Hochhäusern. Diese lassen sich in der Regel nur zu günstigen Preisen verkaufen, da große Wohnanlagen ab eines bestimmten Baualters häufig mit hohen Nebenkosten verbunden sind. Beim Verkauf gebrauchter Eigentumswohnungen bestimmt vor allem die Wohnqualität den Preis.

Trotz zunehmender Neubautätigkeit übersteigt die Nachfrage das Angebot. Vor allem die Nachfrage nach Premium-Wohnungen in den bevorzugten Frankfurter Stadtteilen bleibt weiterhin sehr hoch. Im Stadtgebiet von Frankfurt am Main wurden für neugebaute Eigentumswohnungen Kaufpreise bis zu 5.700 Euro pro Quadratmeter erzielt. Im Westend werden im gehobenen Segment vereinzelt auch Verkaufspreise von bis zu 11.000 Euro festgestellt. Kaufpreise für Wohnungen mit einfacher Ausstattungsqualität beginnen bei 1.000 Euro pro Quadratmeter.

Reihenhäuser und Doppelhaushälften

Bei Doppelhaushälften und Reihenhäusern hat sich die Preisstruktur des Vorjahres kaum verändert. Abhängig von Größe und Lage wurden nach wie vor Preise zwischen 95.000 und 850.000 Euro erzielt. Neubauten werden weiterhin stark nachgefragt. Aufgrund des begrenzten Angebotes sind hier durchaus hohe Verkaufspreise erzielbar. Die große Preisspanne ergibt sich dadurch, dass in die Betrachtung der Preisstruktur auch Gebäude mit minderer Ausstattungsqualität und hohem Sanierungsaufwand einbezogen werden. Hier liegen die Preise deutlich unter denen im Neubausegment.

Freistehende Einfamilienhäuser und größere Doppelhaushälften

Die Befragung der Mitglieder der Frankfurter Immobilienbörse zum Segment der freistehenden Einfamilienhäuser und größeren Doppelhaushälften ergab für Frankfurt am Main sowie die Landkreise Hochtaunus und Main-Taunus Preise zwischen 170.000 Euro und 1.300.000 Euro. Die Preisspanne ist auch in diesem Marktsegment sehr breit gefächert und nach oben nicht limitiert. Im oberen Preissegment liegt hier unverändert der Vordertaunus. Niedrigere Kaufpreise werden hingegen in den nicht optimal angebundenen Taunusgemeinden erzielt.

Baugrundstücke

Die Nachfrage nach Baugrundstücken in präferierten Lagen mit guter Infrastruktur und Anbindung übersteigt das Angebot immer noch deutlich. In Frankfurt am Main wurden unverändert Preise von 350 bis 2.800 Euro pro Quadratmeter und im Vordertaunus von 100 bis 1.000 Euro pro Quadratmeter erzielt.

Die Quadratmeterpreise von Baugrundstücken für den Mietwohnungsbau sind aufgrund der Abhängigkeit vom Verhältnis der zu realisierenden Wohnfläche zur Grundstücksfläche sehr unterschiedlich. Im Durchschnitt wurden für Baugrundstücke in guten Lagen Preise um 500 Euro pro Quadratmeter realisierbarer Wohnfläche vereinbart.

Renditeobjekte

Die Nachfrage nach Renditeobjekten im Wohnbereich ist unverändert sehr hoch. Demgegenüber steht ein geringes Angebot an Renditeobjekten. Private und auch institutionelle Investoren setzen auf beständige Wertanlagen und daher verstärkt auf Investitionen in Wohnimmobilien. Dies hat vor allem in den stark nachgefragten Frankfurter Stadtteilen zu Steigerungen der Kaufpreise geführt. Der Kaufpreis lag im Bereich des 10- bis 23-fachen der Netto-Jahreskaltmiete, abhängig von der jeweiligen Einstiegsmiete bei Erwerb.

Fazit

In der von der Frankfurter Immobilienbörse im Oktober 2012 durchgeführten Untersuchung des Wohnimmobilienmarktes im Bezirk der IHK Frankfurt am Main wurde bestätigt, dass sich der Immobilienmarkt noch immer in einem positiven Trend befindet. Die steigenden Einwohnerzahlen vor allem in der Metropole Frankfurt führen zu einem erheblichen Nachfrageüberhang in nahezu allen Segmenten des Wohnimmobilienmarktes. Zwischenzeitlich ist eine Besserung der Finanzierungsbereitschaft durch die Banken festzustellen. Das historisch niedrige Zinsniveau bietet zudem einen optimalen Ausgangspunkt für Immobilieninvestitionen.

Grundsätzlich gilt noch immer, dass sich die sehr unterschiedlichen Lagequalitäten, Infrastrukturausstattungen und Entfernungen zum Oberzentrum Frankfurt und zum Flughafen von den ermittelten Marktdaten deutlich ablesen lassen. Dabei wirken sich vor allem die Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr, die soziale Infrastruktur (bspw. Kindergärten, Schulen, Ärzteversorgung) sowie die vorhandenen Einkaufsmöglichkeiten für den täglichen Bedarf auf die Nachfrage und die Preisgestaltung aus. Die gute Anbindung und Infrastruktur der Städte des Vordertaunus wird in den Marktdaten deutlich. Beispiele hierfür sind Hofheim, Kelkheim, Bad Soden, Königstein, Kronberg, Oberursel und Bad Homburg. Die genannten Faktoren sind entscheidend für die Standortwahl bei der Hauptnachfragegruppe, dies sind Eigennutzer im Alter zwischen 30 und 45 Jahren.

Die Metropolregion FrankfurtRheinMain ist nach wie vor eine der attraktivsten Standorte Deutschlands. Dazu tragen nicht nur der konstant robuste Arbeitsmarkt, sondern auch eine konstante Verbesserung der Wohnqualität sowohl in den Stadtteilen von Frankfurt als auch in den angrenzenden Taunusgemeinden bei. Problematisch bleibt die stetig wachsende Nachfrage nach Wohnraum im unteren Preissegment, die noch immer nicht in ausreichendem Umfang bedient werden kann. Für Studenten, junge Berufstätige und Haushalte mit geringen bis mittleren Einkommen ist das Angebot auf dem Wohnungsmarkt nach wie vor deutlich zu gering.

Frankfurt am Main, 31. Oktober 2012

Die Ausgabe 2012 (Ergebnisse auf Gemeineebene) können Sie hier downloaden.

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