Marktinformationen

Als Mitglied der Frankfurter Immobilienbörse bei der IHK und als deren Vorsitzender wirkt Helmut Christmann wesentlich an der Erstellung der jährlichen Wohn- und Gewerbe-Immobilienmarktberichte für das Geschäftsgebiet der IHK Frankfurt am Main aktiv mit.


Die Mitglieder haben sich dazu entschlossen, intensiver über den regionalen Wohnungs- sowie Gewerbeimmobilienmarkt zu berichten.

Weitere Informationen
1. Zur Frankfurter Immobilienbörse bei der IHK
2. Interview mit Helmut Christmann zu den Zielen der Immobilienbörse bei der IHK

Nachfolgend finden Sie Immobilienmarktberichte zum kostenlosen Download ab 2009.

 


 

Wohnungsmarktbericht 2013

In den einzelnen Marktbereichen des Wohnungsmarktes wurden folgende Ergebnisse festgestellt:

Mietwohnungen
Der Trend der Vorjahre setzt sich auch in 2013 fort. In vielen Frankfurter Stadtteilen kann ein Anstieg der Mietpreise festgestellt werden. Dies betrifft aber vor allem die bevorzugten innerstädtischen Wohnlagen, in denen die Nachfrage das Angebot deutlich übersteigt. Neben den traditionell sehr stark nachgefragten Stadtteilen Nordend, Westend, Bornheim und Sachsenhausen zählen auch Altstadt, Innenstadt, Bahnhofsviertel und Westhafen dazu. Aber auch in den Stadtteilen Ginnheim, Eschersheim, Dornbusch, Eckenheim und Preungesheim sowie im Gutleutviertel und Gallus wurden gegenüber dem Vorjahr leichte Mietpreissteigerungen in der Spitze registriert. In zahlreichen anderen Frankfurter Stadtteilen, insbesondere in den weniger stark nachgefragten mit größerer Entfernung zur Innenstadt, blieben die Mieten jedoch, wie auch in den vergangenen Jahren, weitgehend stabil. In Frankfurt werden für Wohnungen mittlerer bis guter Ausstattungsqualität Mietpreise zwischen 7,00 und 16,50 Euro pro Quadratmeter erzielt. In der Spitze ist dies ein leichter Anstieg gegenüber 2012. Je nach Ausstattungsqualität und Lage wurden diese Preisspannen im Westend und in ausgesuchten Einzelfällen wieder deutlich überschritten. In den Landkreisen beginnen die Mietpreise bei 4,00 Euro pro Quadratmeter in einzelnen Gemeinden des Hochtaunuskreises und reichen bis zu 13,00 Euro pro Quadratmeter in Bad Soden, Königstein und Kronberg. Gegenüber 2012 waren in einigen Gemeinden in der Spitze leicht steigende Mietpreise festzustellen. Allgemein ist die Nachfrage nach Mietwohnungen, vor allem in Frankfurt am Main sowie in den bevorzugten Lagen des Hochtaunuskreises und Main-Taunus-Kreises, nach wie vor sehr hoch. Wie schon in den Vorjahren, steht der immer noch steigenden Nachfrage im unteren Preissegment kein ausreichendes Angebot gegenüber.

Eigentumswohnungen
Auch beim Wiederverkauf von Eigentumswohnungen sind weitere Preissteigerungen zu verzeichnen. Dies gilt sowohl für das Stadtgebiet Frankfurt am Main als auch für den Vordertaunusbereich. Immer noch werden vor allem kleine Wohneinheiten nachgefragt. Die in großen Wohneinheiten z. T. hohen Nebenkosten erschweren die Vermarktung von Wohnungen in älteren Hochhäusern. Neben diesem Aspekt ist für den Verkauf gebrauchter Eigentumswohnungen die vor Ort gebotene Wohnqualität ein ausschlaggebendes Kriterium für die Preisfindung. Trotz einer weiterhin steigenden Anzahl von Neubauprojekten kann das Angebot die steigende Nachfrage nach wie vor nicht bedienen. Auch die Nachfrage nach Premium-Wohnungen in den bevorzugten Frankfurter Stadtteilen bleibt unverändert hoch. Im Stadtgebiet von Frankfurt am Main wurden für neugebaute Eigentumswohnungen Kaufpreise von bis zu 6.000 Euro pro Quadratmeter erzielt. Im Westend wurden im gehobenen Segment vereinzelt auch Verkaufspreise von über 10.000 Euro pro Quadratmeter erreicht. Kaufpreise für Wohnungen in weniger stark nachgefragten Lagen Frankfurts mit einfacher Ausstattungsqualität beginnen hingegen bei 1.000 Euro pro Quadratmeter. In den Landkreisen liegen die Preise für Eigentumswohnungen zwischen 800 Euro und 3.600 Euro pro Quadratmeter.

Reihenhäuser und Doppelhaushälften
Bei Doppelhaushälften und Reihenhäusern hat sich die Preisstruktur im Vergleich zum Vorjahr kaum verändert. Abhängig von Größe und Lage wurden in Frankfurt Preise zwischen 150.000 und 850.000 Euro erzielt, in den Landkreisen zwischen 95.000 und 550.000 Euro. Die große Preisspanne ergibt sich dadurch, dass in die Betrachtung der Preisstruktur auch Gebäude mit einfacherer Ausstattungsqualität und hohem Sanierungsaufwand einbezogen werden. Die Preise liegen hier deutlich unter denen im Neubausegment, das nach wie vor im Fokus der Nachfrage steht. Aufgrund des begrenzten Angebotes können hier hohe Verkaufspreise erzielt werden.

Freistehende Einfamilienhäuser und größere Doppelhaushälften
Die Befragung der Mitglieder der Frankfurter Immobilienbörse zum Segment der freistehenden Einfamilienhäuser und größeren Doppelhaushälften ergab für Frankfurt am Main sowie die Landkreise Hochtaunus und Main-Taunus Preise zwischen 170.000 Euro und 1.300.000 Euro. Die Preisspanne ist auch in diesem Marktsegment sehr breit gefächert und nach oben nicht limitiert. Im oberen Preissegment liegt hier unverändert der Vordertaunus. Niedrigere Kaufpreise werden hingegen in den nicht optimal angebundenen Taunusgemeinden erzielt.

Baugrundstücke
Die Nachfrage nach Baugrundstücken in präferierten Lagen mit guter Infrastruktur und Anbindung ist unverändert hoch. In den Landkreisen reicht die Preisspanne von 80 Euro in Weilrod bis zu 1.000 Euro pro Quadratmeter in Bad Homburg. Die Quadratmeterpreise von Baugrundstücken für den Mietwohnungsbau sind sehr unterschiedlich, da sie vom Verhältnis der baurechtlich zu realisierenden Wohnfläche zur Grundstücksfläche abhängen. Im Durchschnitt wurden für Baugrundstücke in guten Lagen Preise von 500 Euro pro Quadratmeter realisierbarer Wohnfläche vereinbart.

Renditeobjekte
Die Nachfrage nach Renditeobjekten im Wohnbereich ist weiterhin sehr hoch. Dieser hohen Nachfrage steht ein deutlich zu geringes Angebot gegenüber. Private und auch institutionelle Investoren setzen auf Investitionen in Wohnimmobilien als beständige Wertanlage. Dies führte vor allem in den stark nachgefragten Frankfurter Stadtteilen zu Steigerungen der Kaufpreise, die im Bereich des 12- bis 23-fachen der Netto-Jahreskaltmiete lagen. In den Landkreisen liegen die Kaufpreise im Bereich des 11- bis 18-fachen der Netto-Jahreskaltmiete. Bestimmt werden die Multiplikatoren durch die jeweilige Einstiegs- bzw. Bestandsmiete bei Erwerb.

Fazit
In der von der Frankfurter Immobilienbörse im Oktober 2013 durchgeführten Untersuchung des Wohnimmobilienmarktes im Bezirk der IHK Frankfurt am Main wurde der Trend der Vorjahre bestätigt. Die konstant hohe Nachfrage nach Wohnimmobilien und steigende Einwohnerzahlen führen zu einem erheblichen Nachfrageüberhang in nahezu allen Segmenten des Wohnimmobilienmarktes. Vor allem in den innerstädtischen Bezirken Frankfurts und in den begehrten Wohnlagen des Vordertaunus sind dadurch weiterhin steigende Preise zu verzeichnen. Diese Entwicklung wird durch das noch immer relativ niedrige Zinsniveau gefördert, das nach wie vor einen guten Einstieg in Immobilieninvestitionen ermöglicht. Die sehr unterschiedlichen Lagequalitäten, Infrastrukturausstattungen und Entfernungen zum Oberzentrum Frankfurt und zum Flughafen lassen sich deutlich an den ermittelten Marktdaten ablesen. Es bleibt dabei, dass sich vor allem die Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr, die soziale Infrastruktur (bspw. Kindergärten, Schulen, Ärzteversorgung) sowie die vorhandenen Einkaufsmöglichkeiten für den täglichen Bedarf erheblich auf die Nachfrage und somit auf die Preisgestaltung auswirken. Die genannten Faktoren sind entscheidend für die Standortwahl bei Eigennutzern im Alter zwischen 30 und 45 Jahren, die nach wie vor die stärkste Interessentengruppe auf dem Immobilienmarkt im IHK-Bezirk Frankfurt am Main bilden.

Für den Erhalt der nationalen und internationalen Wettbewerbsfähigkeit der Metropolregion FrankfurtRheinMain bleibt die Situation auf dem Wohnungsmarkt von großer Bedeutung. Die Wohnraumversorgung für die dringend benötigten Fachkräfte und Haushalte mit geringen bis mittleren Einkommen ist eine regionale Aufgabe, die von den Städten und Gemeinden gemeinsam gelöst werden sollte. Es ist zu empfehlen, insbesondere entlang der Verbindungen des öffentlichen Personennahverkehrs, vermehrt Planungsvoraussetzung für mehrgeschossigen Wohnungsbau zu schaffen bzw. gemeinsame Lösungen mit regionalen Bauträgern im Rahmen von städtebaulichen Entwicklungsverträgen zu initiieren und umzusetzen.

Die vollständigen Ergebnisse auf Gemeindebene können Sie hier downloaden.

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