Marktberichte 01.10.2026

Gewerbemarktbericht 2026

Gewerbemarktbericht 2026

WIRTSCHAFTLICHE ENTWICKLUNG IM IHK-BEZIRK FRANKFURT AM MAIN

KONJUNKTURELLE EINTRÜBUNG UND WACHSENDE UNSICHERHEIT
Die wirtschaftliche Stimmung der Unternehmen im IHK-Bezirk Frankfurt am Main bleibt angesichts globaler Handelshemmnisse, geopolitischer Spannungen und wirtschaftspolitischer Unsicherheiten angespannt. In der Frühsommerbefragung 2026 des Konjunkturberichts für den IHK-Bezirk Frankfurt am Main fällt der Geschäftsklimaindex gegenüber dem Jahresbeginn um 6 Punkte auf 92 Punkte und liegt damit weiter deutlich unterhalb der Wachstumsschwelle. Die Einschätzungen zur aktuellen Geschäftslage verschlechtern sich ebenfalls leicht: Der Lagesaldo gibt um 3 Punkte nach und erreicht nur noch 4 Punkte. Deutlich stärker negativ fallen die Erwartungen der Unternehmen aus, deren Saldo von minus 9 auf minus 19 Punkte sinkt. Die zunehmende Zurückhaltung zeigt sich auch bei den Investitionen: Der Investitionssaldo verringert sich um 6 Punkte auf minus 6 Punkte. Bei den Beschäftigungsplänen setzt sich die vorsichtige Haltung fort; der Saldo verschlechtert sich auf minus 7 Punkte. Besonders ausgeprägt ist die Eintrübung bei den Exportaussichten. Der Exportsaldo sinkt um 22 Punkte auf minus 25 Punkte. Als zentrale Risiken für die wirtschaftliche Entwicklung sehen die Unternehmen vor allem die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen (59 Prozent), die schwache Inlandsnachfrage (55 Prozent) sowie die Energie- und Rohstoffpreise (51 Prozent).

Die Unternehmen der Bau- und Immobilienwirtschaft blicken deutlich pessimistischer auf ihre wirtschaftliche Entwicklung als noch zu Jahresbeginn. Der Geschäftsklimaindex sinkt von 102 auf 91 Punkte und liegt damit klar unterhalb der Wachstumsschwelle. Besonders die Erwartungen haben sich eingetrübt: Der Erwartungssaldo fällt von minus 12 auf minus 24 Punkte. Auch die Einschätzung der aktuellen Geschäftslage verschlechtert sich, der entsprechende Saldo geht von plus 19 auf plus 9 Punkte zurück. Die Zurückhaltung der Branche zeigt sich ebenfalls bei Investitionen und Beschäftigung. Zwar bleibt der Investitionssaldo mit plus 4 Punkten noch im positiven Bereich, gibt gegenüber Jahresbeginn jedoch nach. Deutlich angespannter entwickeln sich die Personalplanungen: Der Beschäftigungssaldo sinkt von plus 3 auf minus 13 Punkte. Als größtes Risiko nennen die Unternehmen weiterhin die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen (66 Prozent). Zusätzlich belasten hohe Kosten, unsichere Zins- und Preisentwicklungen, langwierige Genehmigungsverfahren sowie eine unklare Auftragslage die Bau- und Immobilienwirtschaft und bremsen Investitionen und Projektentwicklungen.

HEBESÄTZE DER GRUNDSTEUER B STEIGEN DEUTLICH
Zum 1. Januar 2025 trat in Hessen das neue Modell zur Berechnung der Grundsteuer in Kraft. Die Reform basiert auf veränderten Bewertungsgrundlagen für einzelne Grundstücke. Da sich die Bemessungsgrundlage der Grundstücke änderte, wirkte sich dies auch auf die Hebesätze der Kommunen aus, die für eine aufkommensneutrale Umsetzung der Grundsteuerreform erforderlich gewesen wären. Aufkommensneutral bedeutet, dass eine Kommune nach der Reform insgesamt die gleichen Grundsteuereinnahmen erzielt wie zuvor.

Im Zuge der Grundsteuerreform wurden die Hebesätze der Grundsteuer B im Jahr 2025 in mehreren Städten des IHK-Bezirks deutlich erhöht. Besonders stark fiel die Anhebung in Königstein im Taunus aus: Der Hebesatz stieg von 540 auf 1.290 Punkte und damit um 138,9 Prozent. In Frankfurt am Main wurde der Hebesatz von 500 auf 855 Punkte erhöht (+71 Prozent). Kronberg im Taunus hob den Satz von 470 auf 742 Punkte (+57,9 Prozent) an, während Bad Homburg v. d. Höhe eine Erhöhung von 690 auf 900 Punkte (+30,4 Prozent) beschloss.

Auch im Jahr 2026 kam es in Teilen des IHK-Bezirks bereits zu weiteren deutlichen Erhö­hungen der Hebesätze. Als wesentliche Ursachen gelten die angespannte Haushaltslage vieler Kommunen, steigende Personal-, Sozial- und Betreuungsausgaben sowie begrenzte finanzielle Spielräume und Rücklagen.

BÜROFLÄCHEN IM IHK-BEZIRK FRANKFURT AM MAIN

VERHALTENES MARKTGESCHEHEN NACH AUSSERGEWÖHNLICH STARKEM VORJAHR
Nach dem außergewöhnlich umsatzstarken Jahr 2025 hat sich der Frankfurter Büromarkt im ersten Halbjahr 2026 deutlich abgekühlt. Der Büroflächenumsatz lag bei rund 173.000 Quadratmetern und damit etwa 53 Prozent unter dem sehr hohen Vorjahreswert. Auch gegenüber dem langjährigen Durchschnitt blieb die Vermietungsleistung mit einem Minus von rund 27 Prozent deutlich zurück. Das Marktgeschehen wurde vor allem durch kleinere und mittlere Abschlüsse geprägt, während großvolumige Anmietungen seltener blieben. Zu den größeren Transaktionen zählten der Eigennutzererwerb der DZ BANK im Fifty Avon mit rund 20.800 Quadratmetern sowie die Anmietungen von Fraport im THE SQUAIRE (ca. 5.800 Quadratmeter) und von Willkie Farr & Gallagher am Opernplatz 2 (ca. 5.500 Quadratmeter).

Die verhaltene Marktentwicklung ist vor allem auf die schwache Konjunktur, geopolitische Unsicherheiten und längere Entscheidungsprozesse der Unternehmen zurückzuführen. Gleichzeitig beeinflussen hybride Arbeitsmodelle und der zunehmende Fokus auf effiziente Flächennutzung weiterhin die Nachfrage. Gesucht werden insbesondere moderne, ESG-konforme und flexibel nutzbare Büroflächen in zentralen oder gut angebundenen Lagen. Ältere Bestandsimmobilien mit nicht mehr zeitgemäßer Ausstattung stehen hingegen weiterhin unter Vermarktungsdruck. Das verfügbare Büroflächenangebot bleibt auf einem hohen Niveau: Zur Jahresmitte standen rund 1,8 Millionen Quadratmeter leer, wobei etwa 56 Prozent dieser Flächen eine moderne Ausstattungsqualität aufwiesen.

BEGRENZTES NEUBAUANGEBOT IN SPITZENLAGEN
Die Neubau- und Projektentwicklungstätigkeit bleibt angesichts hoher Finanzierungs- und Baukosten sowie gestiegener Anforderungen an die Wirtschaftlichkeit weiterhin verhalten. Mitte 2026 befanden sich rund 406.000 Quadratmeter Bürofläche im Bau, davon waren etwa 176.000 Quadratmeter noch verfügbar. Die Vorvermietungsquote lag bei rund 57 Prozent. Insbesondere in Premiumlagen ist das Angebot an kurzfristig verfügbaren Projektentwicklungen stark begrenzt. Dadurch verstärkt sich die qualitative Zweiteilung des Marktes: Moderne Flächen werden weiterhin gut aufgenommen, während bei unsanierten Bestandsgebäuden Anpassungs-, Umnutzungs- oder Revitalisierungsbedarf besteht.

MIETPREISE IM IHK-BEZIRK ÜBERWIEGEND STABIL
Die Mietpreise bleiben 2026 gegenüber dem Vorjahr überwiegend unverändert. Lediglich im Central Business District (CBD) gibt es Steigerungen in der Spitze auf 55 Euro sowie im Schwerpunkt auf 35 Euro pro Quadratmeter. In der City werden 14 bis 39 Euro mit einem Schwerpunkt von 24,50 Euro erzielt. In den übrigen Frankfurter Teilmärkten liegen die Schwerpunktmieten bei 13,50 Euro im Westen, 11 Euro im Norden sowie jeweils 14 Euro im Osten, Süden und im Lyoner Quartier. Gateway Gardens erreicht ebenfalls unverändert eine Mietspanne von 14,50 bis 29 Euro und einen Schwerpunktwert von 19 Euro pro Quadratmeter.

Auch in den Städten und Gemeinden des Hochtaunus- und Main-Taunus-Kreises lässt sich bei den Büromieten 2026 eine klare Seitwärtsbewegung identifizieren.

Im Hochtaunuskreis liegen die Schwerpunktmieten bei 11,25 Euro in Bad Homburg, 11 Euro in Kronberg und Oberursel sowie 10,50 Euro in Königstein. Im Main-Taunus-Kreis werden unter anderem Schwerpunktwerte von 10,50 Euro in Hattersheim, 10 Euro in Bad Soden und Schwalbach sowie 9,50 Euro in Hofheim, Kelkheim und Sulzbach erreicht.

EINZELHANDELSFLÄCHEN IM IHK-BEZIRK FRANKFURT AM MAIN

STRUKTURWANDEL SETZT SICH IM EINZELHANDEL FORT
Im ersten Halbjahr 2026 verzeichnet der Frankfurter Einzelhandelsmarkt einen Flächenumsatz von rund 7.000 Quadratmetern. Nach dem außergewöhnlich hohen Vermietungsumsatz im Jahr 2023 und dem deutlich ruhigeren Marktgeschehen 2024 bleibt die Nachfrage selektiv. Ende 2025 liegt die Verfügbarkeitsquote bei Einzelhandelsflächen in Frankfurt am Main bei 23,5 Prozent. Insbesondere der Onlinehandel, neue Konsumgewohnheiten und die wachsende Bedeutung von Gastronomie-, Freizeit- und Dienstleistungsangeboten verändern weiterhin die Nutzungsstruktur der Innenstädte.

EINZELHANDELSSTANDORTE BEHAUPTEN IHR MIETNIVEAU

Die Mietpreise im Frankfurter Einzelhandel zeigen sich 2026 überwiegend stabil. In der 1-a-Lage Zeil liegt die Schwerpunktmiete unverändert bei 260 Euro pro Quadratmeter. Damit bleibt sie leicht über dem Niveau der Goethestraße und Fressgass, wo weiterhin 250 Euro pro Quadratmeter erzielt werden. Deutlich niedriger fallen die Werte in den Stadtteillagen aus: Auf der Leipziger Straße in Bockenheim beträgt die Schwerpunktmiete 35 Euro und auf dem Grüneburgweg im Nordend 28 Euro pro Quadratmeter. Während die Mieten hier konstant bleiben, verzeichnet die Berger Straße gegenüber dem Vorjahr einen leichten Rückgang von 38 auf 37 Euro pro Quadratmeter.

Auch in den Landkreisen des IHK-Bezirks bleibt das Mietniveau 2026 weitgehend unverändert. Im Hochtaunus- und Main-Taunus-Kreis zeigt sich damit eine ähnliche Entwicklung wie auf dem Büromarkt. Die höchsten Schwerpunktmieten in 1-a-Lagen werden in Bad Homburg mit 40 Euro pro Quadratmeter erreicht. Dahinter folgen Oberursel mit 24,50 Euro, Königstein mit 24 Euro, Bad Soden mit 23 Euro und Kronberg mit 21 Euro pro Quadratmeter. Nach den deutlichen Mietanpassungen der vergangenen Jahre zeigt sich inzwischen eine Stabilisierung des Mietniveaus. Diese Entwicklung weist auf die weiter anhaltende Attraktivität der Einzelhandelsstandorte in den Kommunen der Landkreise hin. Insbesondere Standorte wie Königstein, Kronberg und Bad Soden stechen mit einem hohen Kaufkraftindex heraus. Die Unterschiede zwischen zentralen, kaufkraftstarken Standorten und kleineren Kommunen bleiben weiterhin deutlich sichtbar.

LOGISTIK- UND PRODUKTIONSFLÄCHEN IN FRANKFURTRHEINMAIN

ROBUSTER MARKT MIT DYNAMISCHEM JAHRESAUFTAKT
Der Markt für Logistik- und Produktionsflächen in FrankfurtRheinMain entwickelte sich 2025 trotz des konjunkturell herausfordernden Umfelds widerstandsfähig. Der Flächenumsatz stieg gegenüber dem Vorjahr um rund 14 Prozent auf etwa 464.000 Quadratmeter. Besonders gefragt waren größere Flächen sowie Einheiten im mittleren Segment. Industrie- und Produktionsunternehmen sowie Logistikdienstleister trugen jeweils rund ein Drittel zum Jahresergebnis bei. Handelsunternehmen erreichten einen Anteil von gut 23 Prozent.

Auch der Jahresauftakt 2026 verlief dynamisch: Im ersten Quartal wurden rund 104.000 Quadratmeter umgesetzt und damit 65 Prozent mehr als im Vorjahresquartal. Die Nachfrage konzentriert sich weiterhin auf zentrale und infrastrukturell gut angebundene Standorte. Kurzfristig verfügbare moderne Flächen bleiben knapp.

MIETPREISNIVEAU BLEIBT ÜBERWIEGEND STABIL
Die Nachfrage nach Logistik- und Produktionsflächen konzentriert sich weiterhin auf gut angebundene Standorte mit Nähe zu Autobahn und Schiene sowie einer leistungsfähigen technischen Infrastruktur. Der Flughafen bleibt mit einer Mietspanne von 5,50 bis 10 Euro pro Quadratmeter und einer Schwerpunktmiete von 8 Euro der teuerste Logistikstandort. Auch die übrigen Frankfurter Standorte zeigen gegenüber dem Vorjahr weitgehend stabile Mietniveaus. Lediglich in Griesheim/Gallus steigt der untere Wert der Mietspanne leicht von 4,50 auf 4,75 Euro pro Quadratmeter. Die niedrigsten Schwerpunktmieten innerhalb Frankfurts werden im Westen mit 5,50 Euro pro Quadratmeter erreicht.

Im Hochtaunuskreis bewegen sich die Schwerpunktmieten für Logistik- und Produktionsflächen überwiegend zwischen 4 und 5 Euro pro Quadratmeter. In Glashütten und Grävenwiesbach liegt die Mietspanne jeweils bei 2,50 bis 5 Euro mit einem Schwerpunkt von 4 Euro pro Quadratmeter. Den niedrigsten Schwerpunktwert im Landkreis weist Weilrod mit 3,50 Euro pro Quadratmeter auf. Gegenüber 2025 bleiben die Mietpreise im gesamten Hochtaunuskreis unverändert.

Im Main-Taunus-Kreis zeigt sich lediglich in Hattersheim eine leichte Veränderung: Am autobahnnahen Standort steigt die Spitzenmiete von 7 auf 7,50 Euro pro Quadratmeter. Im Rest des Landkreises liegen die Mieten für Logistik- und Produktionsflächen überwiegend zwischen 4 und 7 Euro pro Quadratmeter. Den niedrigsten Schwerpunktpreis erzielt Eppstein mit 4 Euro pro Quadratmeter.

FLÄCHENKNAPPHEIT BLEIBT MARKTBESTIMMEND

Die Angebotsknappheit bleibt insbesondere bei modernen, kurzfristig verfügbaren Flächen in verkehrsgünstigen Lagen zur Innenstadt oder zum Flughafen der zentrale Marktfaktor. Gefragt sind Objekte mit guter Autobahn- und Schienenanbindung, ausreichender technischer Ausstattung und flexiblen Nutzungsmöglichkeiten. Hierbei machen Großdeals mit einer Fläche von über 20.000 Quadratmetern einen Anteil von etwa 30 Prozent des Marktes aus.

Die vollständigen Ergebnisse auf Gemeindeebene können Sie hier downloaden.

Zurück zur Übersicht